Kohle weg? Northvolt-Krise könnte Bund und Land Millionen kosten

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Die Finanzkrise des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kann dem Bund sowie dem Land Schleswig-Holstein teuer zu stehen kommen, wie Experten befürchten.

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt baut in Deutschland ein Werk, ist aber inzwischen insolvent! Von Bund und Land wurden viele Millionen Euro zugeschanzt, um den Bau zu unterstützen. Jetzt könnte das Geld in der Versenkung verschwinden ...(Bild:  Northvolt)
Der schwedische Batteriehersteller Northvolt baut in Deutschland ein Werk, ist aber inzwischen insolvent! Von Bund und Land wurden viele Millionen Euro zugeschanzt, um den Bau zu unterstützen. Jetzt könnte das Geld in der Versenkung verschwinden ...
(Bild: Northvolt)

Das angeschlagene Unternehmen Northvolt, das eine Batteriefabrik bei Heide errichtet, hatte ein Sanierungsverfahren nach US-Insolvenzrecht beantragt. Damit stehen aber auch rund 600 Millionen Euro auf dem Spiel, die die Schweden von der staatlichen Förderbank KFW erhalten haben und wofür Bund und Land je zur Hälfte bürgen, wie es zu dem Problem heißt. Im Bundeswirtschaftsministerium hieß es bis jetzt, dass man noch keinen Schaden feststellen kann.

Es sei kein Griff zum Geld möglich

Northvolt hatte Gläubigerschutz in den USA nach Chapter 11 beantragt. Ziel des Verfahrens nach US-Insolvenzrechts ist demnach eine Restrukturierung und Weiterführung der Geschäftstätigkeiten. Die deutsche Projektgesellschaft, die die Batteriefabrik bauen lässt, ist aber nicht Teil des Verfahrens. Unter der Aufsicht eines Konkursrichters könne Northvolt die Geschäfte zunächst weiter betreiben. Forderungen der Geldgeber seien vorerst aber zurückgestellt und damit auch die Millionenbeträge von Bund und Land. Die Verwendung der Mittel sei strikt an die Umsetzung des Baus der Fabrik in Heide gebunden. Die Muttergesellschaft hat keinen Zugriff darauf, betont das Ministerium.

Die Sanierung muss klappen

Es besteht, wie es weiter heißt, aber die Chance, dass Northvolt die 600 Millionen Euro plus Nebenkosten zurückzahlt. Das aber nur, wenn die Sanierung klappt. Das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass die Forderung gegenüber Northvolt unverändert bestehen bleiben. Nach Abschluss des Chapter-11-Verfahrens seien wieder Rückflüsse möglich. Diese würde dann die KFW an den Bund weiterleiten. Es könne aber keine endgültige Aussage über den Ausgang des Verfahrens und über die Werthaltigkeit eventueller Ansprüche getroffen werden. Northvolt galt hinsichtlich der Batterieproduktion für E-Autos lange als großer Hoffnungsträger der europäischen Automobilindustrie. Größter Anteilseigner des Unternehmens ist Volkswagen. Zu den Eigentümern zählen auch die US-Investmentbank Goldman Sachs und BMW.

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