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Der Auftrag wurde von Triplan im Projektbüro Wiesbaden in enger Zusammenarbeit mit dem Agfa-Projektleiter Markus Vetter abgewickelt. Im Dezember 2011 begann man mit der Erstellung der Fließbilder. Im Februar folgte dann die Einrichtung des 3D-Modells: Erfassung der Störkanten, Entwicklung der benötigten Rohrklassen und die Equipment-Erstellung. Von März bis September wurden die Rohrleitungen im 3D-Modell erstellt.
Angeboten wurden 132 Isometrien auf Grundlage der alten As-built-Fließbilder. Durch die Neuerstellung und Änderungen während des Projektes stieg die Zahl letztlich auf 191. Diese teilten sich in 136 Isometrien in Kunststoff und 55 Isometrien in Stahlleitungen auf.
Durch die baulichen Gegebenheiten stand keine vergrößerte Grundfläche zur Verfügung, dennoch sollten zwei Spülstufen mehr und etwas größere Wannen untergebracht werden. Das stellte die erste größere Hürde in dem Projekt dar.
Hand-Isometrien vs. moderne Laser-Technik
Die zweite Hürde folgte umgehend: Der Keller unter der Anlage ist durch frühere Rohrleitungsmontagen oder Demontagen höchst unübersichtlich. Zur Komplikation trug bei, dass bei der Demontage oft nur die Anschlüsse entfernt wurden, sodass es zahlreiche Leitungen mit zwei offenen Enden gab. Um eine Übersicht zu erhalten, erfolgte eine Aufnahme der Leitungen in Form von fünf Schnitten zwischen den Achsen 2 bis 6.
Da eine Aufnahme der Leitungen ins 3D-Modell aufgrund der Dichte der Leitungen nur mit aufwendiger Vermessungstechnik zu realisieren gewesen wäre, wurden die notwendigen Isometrien in Form von Verlaufs-Isometrien (Hand-Isometrien) erstellt. Dabei war die sehr gute Ortskenntnis des Planers eine unschätzbare Hilfe – vor allem bei der Markierung der Anbindepunkte, weil die Leitungen zum Erdgeschoss teilweise in den Durchbrüchen versprangen.
Mithilfe des von Triplan in enger Zusammenarbeit mit Markus Vetter erstellten 3D-Modells und der verfahrenstechnischen Fließbilder konnten die geplanten Umbau- und Ertüchtigungsmaßnahmen der Bandanlage erfolgreich umgesetzt werden. Abschließend erhielt Agfa Graphics eine As-built-Dokumentation der Anlage. „Mit Unterstützung durch Triplan haben wir beim Umbau der Bandanlage unsere Ziele – Effizienzerhöhung und Qualitätsverbesserung – termin- und budgetgerecht erreicht“, so Vetter nach Beendigung des Projekts.
Wer eine Anlage ertüchtigen will, braucht zunächst einmal verlässliche As-built-Informationen. Bei älteren Bestandsanlagen fehlen diese zumeist – von einem digitalen 3D-Modell ganz zu schweigen. Dass die nachträgliche Modellierung nicht trivial ist, zeigt das vorgestellte Projekt. Auf Basis ihres verfahrenstechnischen Know-hows und ihrer langjährigen Erfahrung in der 3D-Visualisierung konnten die Triplan-Ingenieure dem Kunden im Ergebnis eine effiziente Anlagen- und Maschinenplanung vorlegen.
* Dipl.-Chem.-Ing. Heiko Kaiser ist Prokurist bei der Triplan AG in 65812 Bad Soden
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