Oberflächentage 2008 Oberflächenbeschichtung erhöht die Wertschöpfung

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Korrosions- und Verschleißschutz bildeten thematisch zwei der drei Säulen am zweiten Veranstaltungstag der Oberflächentage 2008 vom 24. bis 26. September in Würzburg. Zu diesem Oberflächen-Kongress kamen rund 450 Teilnehmer. Mit dem Anwendungsbereich Maschinenbau setzten sich die Teilnehmer im Rahmen einer Vortragsreihe auseinander.

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Der Ursprung für rund 85% aller Bauteilschäden liegt an der Oberfläche. Für Prof. Dr.-Ing. Kirsten Bobzin, Leiterin des Instituts Oberflächentechnik (IOT) an der RWTH Aachen ist das Grund genug, um sich mit Verschleiß- und Korrosionsschutzschichten zu beschäftigen.

In der Praxis erzielen die Anbieter damit hohe Zuwachsraten erzielt. So berichtete die Professorin auf den Oberflächentagen von zweistelligen Wachstumsraten im Jahr, die Oberflächenbeschichter im Durchschnitt derzeit erreichen.

Dennoch gibt es in der Oberflächenbeschichtung noch viel zu tun. Laut Studien werden in Deutschland erst 10% des Anwendungspotenzials ausgeschöpft. Das heißt: Lediglich jedes zehnte beschichtbare Produkt erhält heute eine Beschichtung.

Dabei ermöglicht die Oberflächen- und Beschichtungstechnik, die Produktwertschöpfung zu steigern. Allein in Deutschland wird damit eine Wertsteigerung von 20 Mrd. Euro im Jahr erzielt. Das geht aus einer Schätzung der Forschungsagenda Oberflächentechnik der Deutschen Forschungsgesellschaft Oberflächentechnik (DF0) hervor.

Standzeitverlängerung bei Zerspanwerkzeugen

Auf den Oberflächentagen verdeutlichte die Institutsleiterin dieses Potenzial anhand von Zerspanwerkzeugen, bei der Bearbeitung der Sonderlegierung Inconel 718. Aus dieser korrosionsbeständigen Nickelbasislegierung werden im Flugzeugbau Turbinenschaufeln – so genannte Blisks – hergestellt.

Ausgangsprodukte sind Schmiedeteile, aus denen die Schaufeln gefräst werden. Im Vergleich zur konventionellen Herstellung wird laut Bobzin 10% Gewicht pro Triebwerkstufe eingespart.

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