Falsche Strategie Mit 500 Milliarden für Verteidigung sollte man anders umgehen

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Der Kieler Ökonom Moritz Schularick fordert einen Kurswechsel, denn es fehle ein vernünftiger Plan, mit den vielen Milliarden das Ziel zu erreichen, den Frieden zu bewahren oder zu verteidigen ...

Rüsten wir vernünftig auf? Das bezweifelt ein Kieler Ökonom. Seiner Meinung nach hakt es an mehreren Stellen. Die geplanten rund 500 Milliarden sollten sinnvoller ausgegeben werden, als es jetzt geplant ist. So lege man den Fokus etwa zu stark auf ältere Systeme, wie den Leopard.(Bild:  Akademie der Bundeswehr)
Rüsten wir vernünftig auf? Das bezweifelt ein Kieler Ökonom. Seiner Meinung nach hakt es an mehreren Stellen. Die geplanten rund 500 Milliarden sollten sinnvoller ausgegeben werden, als es jetzt geplant ist. So lege man den Fokus etwa zu stark auf ältere Systeme, wie den Leopard.
(Bild: Akademie der Bundeswehr)

Die Verteidigungsstrategie muss nach Ansicht von Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, neu gedacht werden. Es gelte die Ziele so zu stecken, dass sie mit ökonomischen und technologischen Chancen in Verbindung gebracht werden könnten. Was jetzt ablaufe, bedeute nur, dass bis Ende des Jahrzehnts zwar 500 Milliarden Euro ausgegeben werden, man am Ende aber genauso abhängig von den Amerikanern sein wird, wie heute. Für die Industrie sieht Schularick aber immerhin Potenziale: „Grundsätzlich haben wir die Chance, etwa so wie die Chinesen es bei den Elektroautos gemacht haben, eine ganze Generation von Technologie zu überspringen!“

Zu viel Geld wird für alte Militärtechnik verprasst

Statt jetzt die in den 1990er-Jahren entwickelten Panzer nachzukaufen, für die in den vergangenen 20 Jahren kein Geld da war, sollte man seiner Meinung nach die Mittel besser gleich in die nächste Generation von Verteidigungstechnologie stecken. Und Deutschland orientiert sich zu stark an Alttechnologien, warnt Schularick in diesem Zusammenhang. Bisher wurden nämlich 95 Prozent des Geldes für bemannte Altsysteme eingeplant. Das Ziel müsse es jedoch sein, so schnell wie möglich das autonom fahrende Militärfahrzeug der Zukunft zu entwickeln. Denn man muss bedenken, dass ein 25 Millionen Euro teurer Panzerkoloss heute von einer Drohne vernichtet werden kann, die vielleicht 50.000 Euro kostet, wie Schularick anmerkt. Der Ökonom weiter: „Wir haben die semigeniale Idee, dem Panzer ein zweites bemanntes System an die Seite zu stellen, um den Panzer zu schützen, wobei es sinnvoller wäre, gleich in unbemannte Systeme zu investieren!“

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