Oberflächentechnik

Oerlikon schließt Sulzer-Metco-Übernahme schneller als geplant ab

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Beim weiteren Ausbau des Servicegeschäfts für die thermische Spritztechnik werde Oerlikon Metco der etablierte und sehr erfolgreiche Serviceansatz von Oerlikon Balzers zugutekommen. Oerlikon Balzers Fähigkeit, neue Märkte zu erschließen, ist laut Mitteilung eine wichtige Voraussetzung für die Stärkung der thermischen Spritzbeschichtungs- und Plasmanitrierdienstleistungen sowie der raschen geographischen Expansion – vor allem in den Wachstumsmärkten.

Oerlikon will Wachstum durch Zusammenführung von Balzers und Metco schaffen

Oerlikon ist nach eigenen Angaben davon überzeugt, dass die Zusammenführung erhebliches Wachstumspotenzial erzeugt, welches deutlich über den Wachstumsraten des globalen BIP liegt und das der zugrundliegenden Märkte übertrifft. Zusätzlich zur bevorstehenden Integration der beiden Geschäftseinheiten habe die konsequente Nutzung und Umsetzung der Umsatzpotenziale oberste Priorität. Dabei handle es sich um eine langjährige Aufgabe, da Qualifizierungsprozesse in Sektoren wie beispielsweise der Luftfahrt oder Automobilindustrie üblicherweise mehrere Jahre in Anspruch nehmen und auch die Neuausrichtung eines Geschäftsmodells hin zu einem Dienstleistungsgeschäft einige Zeit benötigen wird.

Das neue Oerlikon-Segment Surface Solutions soll sich aus zwei Marken zusammensetzen – der bestehenden Marke Oerlikon Balzers und der neuen Marke Oerlikon Metco. Das Segment Surface Solutions werde seinen Hauptsitz in Balzers, Liechtenstein, haben. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen würden aus Liechtenstein und der Schweiz heraus tätig sein.

Roland Herb wird CEO der neuen Oberflächentechnik-Sparte bei Oerlikon

Das Segment Surface Solutions stehe unter der Leitung von Roland Herb als Segment CEO. Herb begann seine Karriere laut Mitteilung bei Oerlikon Balzers im Jahr 1997 und verfügt über Erfolge in der Führung weltweiter Geschäftseinheiten, einschließlich M&A- und Integrationsprojekten. Seit 2006 sei er verantwortlich für rund 80 % des Geschäfts von Oerlikon Balzers. Hans Brändle habe sich aus persönlichen Gründen entschlossen, anderweitige Opportunitäten zu verfolgen. Er werde jedoch bis Mitte 2015 in einer beratenden Funktion tätig bleiben. Herb ersetzte Brändle mit sofortiger Wirkung als Mitglied der Konzernleitung von Oerlikon. „Hans Brändle hat maßgeblich zum Erfolg von Oerlikon Balzers beigetragen und war eine der treibenden Kräfte bei der Metco-Akquisition. Ich danke ihm herzlich für seinen Einsatz und sein Engagement und wünsche ihm beruflich wie privat alles Gute für die Zukunft“, sagt Brice Koch. „Nach 22 Jahren bei Oerlikon und neun Jahre an der Spitze von Oerlikon Balzers sowie dem erfolgreichen Abschluss der Metco-Transaktion ist es für mich der perfekte Moment, die CEO-Verantwortung abzugeben. Ich habe vollstes Vertrauen in Roland Herb und in das starke, gemeinsame Managementteam des Segments Surface Solutions, und werde auch künftig einen reibungslosen Übergang sicherstellen“, sagt Brändle.

Die Leitung der Business-Unit Oerlikon Balzers liege künftig bei Bernd Fischer, der seit 2011 bei Oerlikon Balzers tätig sei. Thomas Gutzwiller, der verschiedene Managementpositionen bei Sulzer inne hatte und insgesamt 14 Jahre bei Metco tätig sei, werde die Business Unit Oerlikon Metco verantworten.

Der erfolgreiche Transaktionsabschluss ermöglicht Oerlikon nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2014 die Konsolidierung von Metco über einen Zeitraum von sieben Monaten. Unter vollständiger Berücksichtigung der Aufwendungen für Transaktion und Integration sowie der Bilanzeffekte im Zusammenhang mit der Übernahme von Metco erwartet der Oerlikon-Konzern bei Bestätigung der zuletzt gegebenen Prognose und auf Basis stabiler Wechselkurse folgende Kennzahlen im Vergleich zu den berichteten Finanzkennzahlen 2013 für das Geschäftsjahr 2014:

  • Zunahme Bestellungseingang um mehr als 10 %
  • Umsatzwachstum um mehr als 15 %
  • EBIT-Marge* bei rund 10 %
  • EBITDA-Marge* bei rund 15 %

* unter vollständiger Berücksichtigung der Aufwendungen für die Transaktion/Integration sowie Bilanzeffekte im Zusammenhang mit der Übernahme von Metco.

Um die zugrundeliegenden operativen Geschäftsaktivitäten angemessen abzubilden und nicht zahlungswirksame Bilanzposten zu neutralisieren, die vor allem durch Abschreibungen der erworbenen identifizierten immaterieller Vermögenswerte entstünden, werde Oerlikon künftig von einer EBIT- zu einer EBITDA-Berichterstattung übergehen.

Die Übernahme wird laut Mitteilung mit einer Kombination von Barmitteln (80 %) und bestehenden, noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien (20 %) finanziert. Nach der Transaktion werde Oerlikon eine Nettoverschuldung von rund 100 Mio. Franken aufweisen. Mit einem Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis von 0,2 verfüge Oerlikon über den nötigen finanziellen Spielraum, um weiter in langfristig profitable Wachstumschancen zu investieren.

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