Konjunktur Österreich: Maschinenbauer bewahren Optimismus
Unsicherheit in Russland und Osteuropa, kaum Wachstumsimpulse aus dem Euroraum: Die österreichische Konjunktur kann sich von ihrer Umgebung nicht abkoppeln. Diese Entwicklung bekommt auch der Maschinenbau zu spüren.
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Die österreichischen Maschinenbauer und Hersteller von Metallwaren müssen auf ein durchwachsenes Jahr 2014 zurückblicken: Nach Angaben des Fachverbands Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) sind die Umsätze der Branche um gerade einmal 0,1 % auf 39,782 Mrd. Euro gestiegen, die Zahl der Beschäftigten war mit einem Minus von 0,8 % auf 167.963 sogar rückläufig. Noch stärker ging es beim Auftragseingang bergab: Die Bestellungen gingen 2014 um 2,5 % zurück und erreichten nur von ein Volumen von 35,221 Mrd. Euro. Die FMMI-Statistik umfasst die Warengruppen Metallerzeugnisse (25), Maschinenbau (28), Sonstiger Fahrzeugbau (30) sowie Reparatur und Installation (33).
Innerhalb dieser Warengruppen konnte sich der Maschinenbau noch am besten halten. Die Aufträge nahmen 2014 um 0,2 % auf 18 Mrd. Euro zu, die Umsätze zogen sogar um 1,6 % auf 20,118 Mrd. Euro an. Im vergangenen Jahr arbeiteten 72.934 Menschen im österreichischen Maschinenbau, 0,5 % mehr als 2013. Hingegen verbuchten die Hersteller von Metallerzeugnissen ein Minus von 2,2 % auf 11,968 Mrd. Euro bei den Auftragseingängen und von 0,7 % auf 13,349 Mrd. Euro bei den Umsätzen. Die Zahl der Beschäftigten nahm um 2,1 % auf 63.995 ab.
Maschinenbau muss konjunkturellen Dämpfer einstecken
Für das laufende Jahr gab es speziell für die österreichischen Maschinenbauer einen Dämpfer. Im März 2015 (neueste verfügbare Daten) zeigte die Konjunkturbefragung des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo eine Rezession mit teilweise deutlichen Produktionsrückgängen, wie der FMMI berichtet. Sowohl im Maschinenbau als auch in der Metallwarenherstellung spreche eine Mehrheit der Unternehmen von sinkender Produktion. Der Maschinenbau habe sich zu Jahresbeginn noch besser gehalten als die Metallwaren, nun beginne sich die Produktion auch dort zu verlangsamen. In der Metallwarenherstellung habe die Geschwindigkeit des Rückganges etwas nachgelassen, gleichzeitig sei die Produktion aber auch dort im Vergleich zum Februar 2015 niedriger. Aufgrund der besser werdenden Angaben der Unternehmen in den letzten Monaten erwartet der FMMI nun eine Entschärfung der Situation im nächsten Quartal.
Die Produktionserwartungen für das zweite Quartal sind laut dieser Konjunkturumfrage immer noch im leicht positiven Bereich. Allerdings habe sich der Aufwärtstrend der vergangenen Monate nicht fortgesetzt und die Hoffnungen auf einen echten Aufschwung im zweiten Quartal seien wieder gesunken. Grund für diese Entwicklung ist nach Angaben des Verbands in erster Linie ein Rückgang im Maschinenbau: Dort habe sich die Stimmung deutlich verschlechtert. Die Maschinenbauer erwarteten nun sogar leichte Produktionsrückgänge im zweiten Quartal.
Positive Produktionserwartungen trotz Auftragsrückgang
Dabei sind die positiven Produktionserwartungen eigentlich überraschend, denn die Auftragseingänge haben sich gegenläufig entwickelt. Im Vergleich zum Januar hat sich der Auftragsbestand zwar leicht verbessert, liegt aber immer noch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Auftragsbestände sprechen laut FMMI klar gegen einen Aufschwung in den kommenden Monaten.
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