Vision-Technologie Ohne Teachen: Blechteile vollautomatisiert beladen und strahlen

Von Rösler Oberflächentechnik 3 min Lesedauer

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Bei der Firma Ottostahl kommt eine universell einsetzbare Drehtisch-Strahlanlage zum Einsatz, die mit einem intelligenten, sehenden Roboter ausgestattet ist. Der Roboter erkennt und belädt Teile ohne das sonst erforderliche Anlernen.

Die 8 x 8 Meter große Fertigungszelle besteht aus einem intelligenten, sehenden Roboter und einer Rösler Drehtisch-Strahlanlage RDT 150 mit zwei Hochleistungsturbinen.(Bild:  Teqram)
Die 8 x 8 Meter große Fertigungszelle besteht aus einem intelligenten, sehenden Roboter und einer Rösler Drehtisch-Strahlanlage RDT 150 mit zwei Hochleistungsturbinen.
(Bild: Teqram)

Es sind bis zu 30 mm dicke Laserteile in engen Toleranzbereichen, plasmageschnittene Komponenten und autogene Brennzuschnitte mit einer Dicke von bis zu 300 mm, die Ottostahl in Magdeburg fertigt. Das Dienstleistungsspektrum umfasst Werkstücke mit moderner CAD-Technik nach Kundenvorgaben zu erzeugen, Bearbeitungsplänen für die jeweiligen Verfahren zu erstellen. Aber auch die Nachbearbeitung, beispielsweise durch Strahlen, Bohren, maschinelles Fasen, und die Durchführung verschiedener Materialprüfungen durch unabhängige Labore. Das Unternehmen verfügt zudem über einen Lagerbestand und -qualitäten sowie das Lieferanten- und Partnernetzwerk sorgen für eine schnelle Lieferung. Für eine neue Drehtisch-Strahanlage legte Ottostahl folgende Kriterien fest: Kurze Strahlzeiten, eine hohe Energieeffizienz und die Entlastung des Personals von schweren und monotonen Tätigkeiten. Umgesetzt wurde dieses Projekt von Rösler Oberflächentechnik und dem Automatisierungsspezialisten Teqram mit der universell einsetzbaren Drehtisch-Strahlanlage Easy Shotblaster RDT 150.

Vision-gesteuerter Roboter erkennt Teile ohne Teachen

Der aktuelle Maschinenpark im Bereich Strahlen von Blechteilen ist mit drei Anlagen – zwei Durchlauf-Strahlanlagen mit max. 3.800 mm Blechbreite und eine Drehtisch-Strahlanlage – ausgestattet. Die alte Rundtisch-Strahlanlage mit einer Einsatzdauer von über sechs Jahrzehnten wurde durch die neue Drehtisch-Strahlanlage ersetzt. Das Strahlsystem ist in eine 8 x 8 Meter große Fertigungszelle integriert und besteht aus einem intelligenten, sehenden Roboter und einer entsprechend ausgestatteten Drehtisch-Strahlanlage.

Der Vision-gesteuerte Roboter, der für ein maximales Teilegewicht von 200 kg ausgelegt ist, erkennt durch die Bildverarbeitungstechnologie die in seinem Arbeitsbereich abgestellten Teile selbständig und unabhängig von ihrer Position auf der Palette. Dadurch entfällt das sonst übliche, zeitaufwendige Teachen oder Programmieren des Roboters. Die intuitive Schnittstelle sorgt außerdem dafür, dass kein Spezialwissen erforderlich ist.

Nach der automatischen Auswahl des passenden Greifers aus dem Magazin positioniert der Roboter die Komponenten auf dem Drehtisch der Strahlanlage in idealer Lage und gibt die Informationen für die Auswahl des teilespezifischen Bearbeitungsprogramms weiter. Nach der Hälfte der definierten Strahlzeit werden die Teile vom Roboter automatisch gewendet und nach dem Prozess wieder auf die Palette zurückgelegt.

Drehtischanlage mit bis zu 20 Prozent höherer Strahlleistung

Zwei Hochleistungsturbinen vom Typ Gamma 300G mit Y-förmigen Wurfschaufeln sorgen für kurze Strahlzeiten und ressourcenschonenden Betrieb.(Bild:  Rösler Oberflächentechnik)
Zwei Hochleistungsturbinen vom Typ Gamma 300G mit Y-förmigen Wurfschaufeln sorgen für kurze Strahlzeiten und ressourcenschonenden Betrieb.
(Bild: Rösler Oberflächentechnik)

Die Drehtisch-Strahlanlage bearbeitet Werkstücke mit unterschiedlichen Größen, Formen und Geometrien. Der Drehtisch hat einen Durchmesser von 1.500 mm und kann mit bis zu 500 kg belastet werden. Für die geforderten, möglichst kurzen Strahlzeiten ist die Anlage mit zwei Turbinen des Typs Gamma 300G mit jeweils 11 kW Antriebsleistung ausgestattet. Die von Rösler entwickelten Turbinen mit Wurfschaufeln im Y-Design erzielen durch ihre spezielle Form eine im Vergleich zu herkömmlichen Turbinen bis zu 20 Prozent höhere Strahlleistung. Gleichzeitig arbeiten sie sehr energiesparend. Zur Verringerung der Strahlzeiten und des Energiebedarfs tragen auch die vor den Turbinen installierten Sicherheitsschotts bei. Sie ermöglichen, dass für das Wenden der Teile nur die Strahlmittelzufuhr abgestellt wird, die Turbine aber weiterlaufen kann. Dies verhindert verbrauchsintensive Stromspitzen, zu denen es beim Herunter- und Hochfahren der Turbinen kommt. Vor dem Wenden und nach dem Strahlprozess wird auf den Teilen und dem Drehtisch vorhandenes Strahlmittel durch Abblasen entfernt.

Mehr Flexibilität dank manuellem Beladen

Bei rund 90 Prozent der Teile erfolgt das Be- und Entladen der Anlage durch den Roboter. Für Komponenten, deren Gewicht über der Belastungsgrenze des Manipulators liegt, lässt sich die Anlage auch manuell mit einem Kran beschicken. Diese Möglichkeit kann auch bei sehr kleinen Teilen genutzt werden, bei denen das automatisierte Beladen viel Zeit beansprucht. Aus Sicherheitsgründen werden die Turbinen im Falle einer manuellen Beladung vor dem Öffnen der Strahlkammer vollständig heruntergefahren. Die verschleißoptimierte Bauweise der kompakten Strahlanlage ermöglicht eine hohe Verfügbarkeit. So ist die aus robustem Manganstahl gefertigte Strahlkammer zusätzlich mit leicht auswechselbaren Verschleißschutzplatten aus dem widerstandsfähigen Material ausgekleidet. Darüber hinaus sind die Y-förmigen Wurfschaufeln der Gamma-Turbinen beidseitig verwendbar, sodass eine mindestens doppelte Standzeit erzielt wird. Der Austausch kann mittels Schnellwechselsystem bei eingebauter Turbine erfolgen. Der hochautomatisierte Easy Shotblaster RDT 150 ermöglicht Ottostahl eine effiziente Bearbeitung unterschiedlichster Blechteile mit deutlich verringertem Personalaufwand und verbesserten Bedingungen für die Mitarbeitenden.

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