Abschiedsrunde Olaf Scholz beehrt nochmal die Hannover Messe

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der März war noch da, der Merz nicht! Zum letzten Mal trat Olaf Scholz auf einer Hannover Messe den traditionellen Kanzlerrundgang an. Und obwohl Friedrich Merz fehlte, stahl er Scholz die Show!

Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz hat noch einmal die Hannver Messe besucht, um den sogenannten Kanzerrundgang zu absolvieren. Bald-Bundeskanzler Friedrich Merz glänzte am letzten Tag des März 2025 mit Abwesenheit ...(Bild:  Bundesregierung)
Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz hat noch einmal die Hannver Messe besucht, um den sogenannten Kanzerrundgang zu absolvieren. Bald-Bundeskanzler Friedrich Merz glänzte am letzten Tag des März 2025 mit Abwesenheit ...
(Bild: Bundesregierung)

Lieber hätte man schon CDU-Chef Friedrich Merz vor Ort gehabt, sagte zumindest Gunther Kegel, der Präsident des Elektro- und Digitalindustrieverbandes ZVEI. Man hätte Merz nämlich das Eine oder Andere mit auf den Weg geben können. Stattdessen musste man sich mit Olaf Scholz begnügen. Unter anderem informierte dieser sich bei Bosch Rexroth über die Möglichkeiten der Batteriefertigung und bei Siemens, unter anderem Gewinner des Hermes-Awards, über einen Bioreaktor zur Herstellung von Medikamenten. Als sich der noch-Kanzler im Eishockey versuchte, musste er am „Robo Goalie“, einem künstlichen Torwart, vorbei. Doch Scholz setzte den Puck mit einem beherzten Schlag einige Zentimeter links neben das Tor. Im Gepäck hatte Scholz aber vor allem eine klare Botschaft mit Blick auf die angekündigten US-Zölle: „Niemand profitiere vom Protektionismus“, äußerte der SPD-Politiker. Und: „Wir alle gemeinsam setzen uns dafür ein, dass der Irrweg des Protektionismus nicht die Wachstumschancen der ganzen Welt zerstört.“ Denn kein Land könne hoch spezialisierte Maschinen alleine bauen, verkaufen und weiterentwickeln. Auch große Länder wie die USA und China sind laut Scholz dafür zu klein, um spezialisierte Produkte zu entwickeln, die sich nur für ihren eigenen Markt eignen. Leider grassiert auch der Krieg, der ökonomische Entwicklungen ausbremst.

Wirtschaftlicher Schub durch Schuldenpakete?

Themen, die auch Scholzens voraussichtlichen Nachfolger Friedrich Merz noch beschäftigen werden, betreffen den wirtschaftlichen Aufschwung. Und die Industrieverbände sparten nicht mit weiteren Forderungen an den CDU-Chef, obwohl er ja gar nicht vor Ort war. Zwar habe das geplante Milliardenpaket für Verteidigung und Infrastruktur das Potenzial, der Industrie Impulse zu geben, doch jetzt kommt es nach Ansicht der IG Metall darauf an, dass das Geld auch in der Industrie ankommt. Jetzt sei es entscheidend, dass genau das vernünftig umgesetzt werde. Doch allein wird aber nicht reichen, so der ZVEI-Chef Kegel. Denn darüber hinaus müsse die nächste Bundesregierung überfällige Strukturreformen angehen, sonst werde aus dem Sondervermögen ein bloßes Strohfeuer. Nötig ist jetzt ein großer Wurf, fordert dabei der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Peter Leibinger: „Niedrigere Steuern, bezahlbare Energie für die Industrie und vor allem ein radikaler Abbau der ausufernden Bürokratie müssen her.“ Nur so damit ließe sich die Stimmung im Land wieder ins Positive drehen. Leider sehe es danach ganz und gar nicht aus, kommentierte Bertram Kawlath vom VDMA. Er registriert nämlich, dass der Reformeifer schon wieder an Schwung verliert, bevor er richtig begonnen hat. Deshalb sehen die Experten wenig Hoffnung, dass 2025 wesentlich besser wird. Und auch die neuen Milliarden werde die Industrie heuer noch nicht spüren.

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