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Ähnlich verhält es sich bei der klassischen Hydrauliksteuerung, bei der feste Steuerquerschnitte an Zu- und Ablauf durch die starre Kopplung der Schieber per gemeinsamen Kolben vorgegeben sind. Die Anpassung an die tatsächlich erforderlichen Betriebszustände wird rein mechanisch durch eingesetzte Drosseln nur unvollständig erreicht.
Steuerungselektronik koppelt die Hydraulikventile
Dieses System hat zwei entscheidende Nachteile: Zum einen ist eine Abstimmung relativ aufwendig und nur für einen Betriebspunkt ideal möglich, zum anderen stellen die zwangsläufig im System eingebauten Drosselstellen Hindernisse für den Fluidfluss dar. Dadurch muss für die eigentliche Arbeit eigentlich nicht benötigter Druck von der Pumpe aufgebaut werden, um die Engstellen der Steuerung zu überwinden. Das kostet Kraftstoff, heizt das Öl unnötig auf und vergrößert die erforderliche Kühlanlage.
Das proportionale Mobilwegeventil setzt nun auf eine elektronisch gesteuerte elektromechanische Lösung statt der starren Kopplung (Bild 3). Zu- und Ablauf werden individuell über je einen Kolben gesteuert. Die Steuer-Elektronik koppelt die beiden Ventile je nach Betriebsbedingungen flexibel im Öffnungsverhältnis zueinander.
Durch die proportional nach Bedarf geöffneten Ventilquerschnitte können die übrigen Leitungsquerschnitte voll genutzt werden. Auch die drosselnde Engstelle Sicherheitsventil, die nicht nur bei schwebenden Lasten für den Fall des Schlauchbruchs vorgeschrieben ist, kann so elegant auf ihre reine Sicherheitsfunktion reduziert werden, da die Systemdämpfung über das neue Steuerventil erfolgt.
In Summe ergeben sich je nach Arbeitszyklus durch die Verminderung der internen Widerstände und des damit geringeren Arbeitsdrucks bei gleicher Leistung Einsparungen von Hydrauliköl bis 30 %. Das wirkt sich auch schonend auf die anderen Antriebskomponenten aus, denn durch die reduzierten Drücke werden Pumpe und Antriebsmotor sowie das Öl und die Kühlanlage weniger belastet, die Lebensdauer steigt an.
Größerer Volumenstrom steht zur Verfügung
In den meisten Systemen steht aufgrund der Leistungsregelung bei geringen Drücken auch ein größerer Pumpenvolumenstrom zur Verfügung, der das Zylindervolumen schnell füllt und dadurch die Zykluszeiten reduziert. Das ist ein nicht unbeträchtlicher Vorteil bei meist knappen Zeitfenstern, beispielsweise auf Baustellen oder bei der Holzernte.
Wie in herkömmlichen Systemen wird der Volumenstrom beim PAS-Prinzip im Zulauf über einen Zwei-Wegstromregler, also Druckwaage und Messblende (Steuerschieber), sowie die Geschwindigkeit last- und pumpendruckunabhängig eingestellt. Im Ablauf wird die Steuerkante so geregelt, dass der Zulaufdruck einen Mindestdruck nicht unterschreitet. Dadurch gibt es weder lastabhängiges Voreilen des Verbrauchers noch Kavitation – kleine Gasblasen, die bei Implosion Materialschäden verursachen können – oder unnötiges Einspannen.
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