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Pipelines sorgen für große Rohraufträge

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Flüssiggas befeuert den Pipelinebau auch in den USA. So entsteht derzeit eine 440 km lange Leitung quer durch Texas vorbei an Dallas und Houston bis nach Mont Belvieu am Golf von Mexiko. Thyssenkrupp Steel Europe liefert für die Pipeline insgesamt 44.000 t Warmbreitband der Güte X70 für die Rohre. „Dabei handelt es sich um einen mikrolegierten Feinkornstahl mit einer Streckgrenze von 485 MPa“, berichtet das Unternehmen.

Stahl für Pipelinerohre muss hohen Belastungen standhalten

Pipelinestähle für den Öl- und Gastransport müssen zum Teil extremen Anforderungen genügen. Es geht dabei nicht nur um Langlebigkeit der Stähle: „Hinzu kommen Erfordernisse, sowohl dem hohen Betriebsdruck beim Rohstofftransport, hohen mechanischen Beanspruchungen als auch Umwelteinflüssen wie extremen Temperaturen standzuhalten. Hier sind spezifische Werkstoffeigenschaften in punkto Festigkeit und Zähigkeit gefordert“, betont das Unternehmen.

Ausgeliefert wurde das Warmbreitband in die Türkei, wo Borusan Mannesmann die Leitungsrohre produziert. Borusan, exklusiver Rohrlieferant für das texanische Pipelineprojekt, stellte in diesem Projekt auch zum ersten Mal 24,5 m lange Spiralrohre her. Die Endfertigung findet vor Ort in den USA statt.

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Ob Nord Stream, TAP oder Johan-Sverdrup-Ölfeld – die Pipelinerohre müssen also widrigen Umständen standhalten. Für die Widerstandsfähigkeit sorgt die Außenbeschichtung der Rohre. Sie soll die Stahlrohre vor Korrosion schützen. „Bei in der Erde oder im Wasser verlegten Pipelines wird die schützende Lackschicht direkt auf die Metalloberfläche aufgetragen“, erläutert das Deutsche Lackinstitut. Mit Schichtdicken zwischen 300 und 500 mm biete sie für lange Zeit Schutz vor Korrosion und anderen Umwelteinflüssen.

Polyethylenschicht verleiht Pipelinerohren zusätzlichen Schutz

Eine häufige Schutzvariante ist laut dem Lackinstitut eine Epoxy-Pulverlackbeschichtung. Dazu werden die Rohre mit einer Polyethylenschicht umwickelt, bevor sie meist durch eine Wasserwand wieder heruntergekühlt werden, damit sie verladen und transportiert werden können. Die Polyethylenschicht sorgt insbesondere bei unter Wasser oder in der Erde verlegten Pipelines für einen zusätzlichen Schutz vor mechanischen Einflüssen.

Manchmal ist die Außenbeschichtung noch nicht ausreichend. So erhielten bei der 1223 km langen Nord-Stream-Pipeline die Rohre zusätzlich noch einen 60 bis 112 mm dicken Betonmantel. „Damit liegen sie in einer Tiefe zwischen 5 und 250 m stabil auf dem Meeresboden und können nicht verrutschen“, so das Lackinstitut.

Auch eine Beschichtung im Inneren ist notwendig. Durchflusseffizienzbeschichtungen oder Flow Coatings verringern die Reibung des Gases an der Rohrinnenoberfläche. Sie sollen die Innenflächen von Pipelines noch strömungsgünstiger machen. Die Schichtdicken im Innenbereich variieren je nach Medium, das durch sie transportiert wird. „Bei Gaspipelines sind das in der Regel lösemittelfreie Epoxidharzbeschichtungen mit Schichtdicken zwischen 50 und 100 mm“, berichtet das Institut. Je nach Druck in der Pipeline werden Rohre mit unterschiedlicher Wandungsstärke verwendet.

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Über den Autor

Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt

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