Diamantwerkzeuge PKD-Werkzeuge verkürzen Taktzeit bei Getriebegehäusebearbeitung

Autor / Redakteur: Gerd Neher / Rüdiger Kroh

Werkzeuge mit Schneiden aus polykristallinem Diamant überzeugen durch hohe Schnittwerte und lange Standzeiten. Zudem lassen sich mit einem einzigen Werkzeug vielfältige Bohr-, Reib- und Fräsbearbeitungen erledigen, was Werkzeugwechsel spart und die Taktzeiten verringert.

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Bild 1: Ein PKD-Sonderwerkzeug für mehrere Operationen: Es kann an verschiedenen Stellen Nuten fräsen, aufbohren, reiben und planfräsen. Im Bild sind das Gussteil grau, die Bearbeitungsflächen gelb, das Werkzeug grün und die Vorrichtung rot dargestellt. (Bild: ZF/Neher)
Bild 1: Ein PKD-Sonderwerkzeug für mehrere Operationen: Es kann an verschiedenen Stellen Nuten fräsen, aufbohren, reiben und planfräsen. Im Bild sind das Gussteil grau, die Bearbeitungsflächen gelb, das Werkzeug grün und die Vorrichtung rot dargestellt. (Bild: ZF/Neher)

Ein stilisierter Diamant ist das Markenzeichen der Neher-Dia GmbH & Co. KG im oberschwäbischen Ostrach-Einhart. Aus gutem Grund: Denn das 1990 gegründete Unternehmen produziert zu 95% PKD-Werkzeuge. Diese sind durch ihre Härte und ihren hohen Abrasionswiderstand besonders zum Zerspanen von Leichtbauwerkstoffen wie Aluminium, Magnesium und faserverstärkten Kunststoffen geeignet. Dort erreichen sie Schnittwerte und Standzeiten, die mit kaum einem anderen Schneidstoff realisierbar sind.

PKD-Sonderwerkzeuge für Autozulieferer entwickelt

Das besondere Know-how von Neher liegt bei individuellen Sonderwerkzeugen aus PKD, die in intensiver Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt werden. So produziert das Unternehmen zum Beispiel Stufenreibahlen, Profilfräser, Aufbohr-, Kombi- und andere Werkzeuge.

Die Prozessoptimierung bei der Entwicklung und Herstellung von Getriebegehäusen hat Neher-Dia mit dem Kunden ZF Friedrichshafen zusammengeführt. Denn die Produkte des Zulieferkonzerns unterliegen hohen Anforderungen: Sie sollen für weniger Kraftstoffverbrauch sorgen, zugleich aber zu höherer Fahrdynamik sowie zu mehr Sicherheit für Autofahrer und Insassen beitragen. Außerdem müssen sich die Gehäuse wirtschaftlich herstellen lassen, was wiederum eine fortschrittliche Fertigungstechnik voraussetzt.

Die positiven Schneideigenschaften von PKD-Werkzeugen machten die Verantwortlichen der ZF-Getriebegehäusebearbeitung schon vor vielen Jahren hellhörig. Sie luden diverse Werkzeughersteller nach Friedrichshafen ein und führten verschiedene Probebearbeitungen durch. Allerdings waren die Erfolge zunächst so spärlich wie das vorhandene Know-how zur neuen Technik.

Ein PKD-Werkzeug kann mehrere andere ersetzen

Das änderte sich, als der Werkzeughersteller Neher vor rund zehn Jahren seine Dienste anbot. Schon die ersten gelieferten Werkzeuge haben hinsichtlich Qualität und Leistungsfähigkeit überzeugt. So zählt Neher schon seit Jahren zu den strategischen Lieferanten des Automobilzulieferers.

Die Einsparungen, die ZF mit PKD-Werkzeugen erzielt, sind verschiedener Art. In erster Linie können mit einem PKD-Werkzeug mehrere andere ersetzt werden. An den Getriebegehäusen gibt es verschiedene Merkmale, die konventionell mit drei bis fünf Werkzeugen bearbeitet werden. Beim Einsatz von PKD-Sonderwerkzeugen genügt oft ein einziges.

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