Kunststoff-Recycling Polyolefin-Rezyklate werden molekular charakterisierbar

Quelle: Peter Königsreuther 2 min Lesedauer

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Am Fraunhofer-LBF will man dem molekularen Aufbau von Polyolefin-Rezyklaten (PP und PE) auf de Grund gehen, um statt Downcycling ein Upcycling zu erreichen.

Up statt down! Wie kann man dabei helfen, dass Polyolefin-Rezyklate („PORez“) bei KMU stärker in der Produktion eingesetzt werden? Diese Frage beantworten jetzt Forscher vom Fraunhofer-LBF ...(Bild:  A. Errdogddu)
Up statt down! Wie kann man dabei helfen, dass Polyolefin-Rezyklate („PORez“) bei KMU stärker in der Produktion eingesetzt werden? Diese Frage beantworten jetzt Forscher vom Fraunhofer-LBF ...
(Bild: A. Errdogddu)

Abfälle von Polyolefinen also Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) werden zum großen Teil nur thermisch verwertet. Dabei dominiert das stoffliche Downcycling, wobei die Materialeigenschaften sich im Vergleich zu Neuware verschlechtern. Unter ökonomischen und legislativen Gesichtspunkten sei deshalb ein stärkeres Upcycling – die Verwendung in gleich- oder höherwertigen Produktkategorien – dringend geboten. Dafür fehlen aber bisher nötige Informationen zum molekularen Aufbau von Polyolefin-Rezyklaten („PORez“), wie die Experten vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) sagen. Diese Lücke will das LBF im Rahmen des durch das Programm industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Projekt „Quantitative Molekularcharakterisierung von Polyolefin-Rezyklaten“ schließen.

Unterstützung für KMU aus der Kunststoffbranche

Die Grundlage ist die 2-dimensionale Hochtemperatur-Flüssigchromatografie (HT-2D-LC), wie es weiter heißt. Sie stelle eine der höchstentwickelten flüssig-chromatografischen Methoden zur Charakterisierung von Polyolefinen dar und sei bei Kunststoff verarbeitenden, kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) weit verbreitet. Im Rahmen des Forschungsprojekts werden die Fraunhofer-Experten nun die etablierte HT-2D-LC-basierte Arbeitsweise in eine wirkungsvolles Werkzeug weiterentwickeln, mit dem notwendigen Informationen über Polyolefin-Rezyklate gewonnen werden können. Dazu werden insbesondere die Entwicklung von Protokollen zur repräsentativen Probennahme und -vorbereitung, die Anpassung der Methodenparameter an die Durchsatzanforderungen von KMU und der Umgang mit Nebenphasen adressiert, wie die Forscher informieren. Die so weiterentwickelte Methode werde durch Realproben verfeinert. So wird ein Grundstock repräsentativer Daten über den Zusammenhang molekularer Parameter mit Herkunft und Verarbeitungseigenschaften der Polyolefin-Rezyklate für KMU generiert und natürlich auch zur Verfügung gestellt. Abgerundet werde das Unterstützungspaket durch Best-Practice-Beispiele, um die Implementierung der neuen Methode möglichst zu vereinfachen.

Mittels 2D-LC können viele Komponenten aufgetrennt werden, wie hier aus der Analyse eines Lösungsblends von Polyolefinen zu sehen ist. Das ergibt wertvolle Informationen für KMU zu den Verarbeitungs- und Anwendungseigenschaften des Materials.(Bild:  Fraunhofer-LBF)
Mittels 2D-LC können viele Komponenten aufgetrennt werden, wie hier aus der Analyse eines Lösungsblends von Polyolefinen zu sehen ist. Das ergibt wertvolle Informationen für KMU zu den Verarbeitungs- und Anwendungseigenschaften des Materials.
(Bild: Fraunhofer-LBF)

Einsatz von Polyolefin-Rezyklaten soll gestärkt werden

Die Ergebnisse dienen dazu, Polyolefin-Rezyklate als alternative Rohstoffquelle für KMU einfacher nutzbar zu machen, um damit auch den Recyclingmarkt zu stärken. Das Wissen über die Zusammensetzung von Rezyklaten beziehungsweise eines daraus hergestellten Compounds, ist nach Ansicht der Forscher nicht nur essenziell für Wareneingangskontrollen und Warenausgangskontrollen, sondern steigert den Wert der Waren und Halbfabrikate deutlich. Bei vorhandener Geräteinfrastruktur sei die Umsetzung der Ergebnisse relativ einfach. Auch analytische Dienstleister profitierten von den Ergebnissen, wenn sie diese in das eigene Methodenportfolio übernehmen und verarbeitende KMU gezielt unterstützten. So werde der Transformationsprozess zum vermehrten Einsatz von Polyolefin-Rezyklaten zusätzlich gefördert.

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