Mehr drin als gedacht! Neues zur ergiebigen Rohstoffquelle Elektroschrott

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Ausgediente Handys, Laptops, Kabel und Haushaltsgeräte landen irgendwann als Elektroschrott in der Entsorgung. Doch es steckt noch viel Potenzial darin, daraus wieder Rohstoffe zurückzugewinnen ...

Elektroschrott wird in der EU noch viel zu wenig recycelt. Dabei stecken darin echte Schätze, wie man zum heutigen „Tag des Elektroschrotts“ erfährt. Hier mehr dazu ...(Bild:  Deponieblick)
Elektroschrott wird in der EU noch viel zu wenig recycelt. Dabei stecken darin echte Schätze, wie man zum heutigen „Tag des Elektroschrotts“ erfährt. Hier mehr dazu ...
(Bild: Deponieblick)

Heute ist in der EU der Tag des Elektroschrotts. Grund genug, mal genauer hinzusehen. Denn insgesamt erzeugten Haushalte und Unternehmen in der EU nebst Großbritannien, Island, Norwegen und der Schweiz 2022 knapp elf Millionen Tonnen Elektroschrott, was rund 20 Kilogramm pro Einwohner ausmacht, wie eine Studie im Rahmen des von der EU finanziertem Projekt „FutuRaM“ zeigt. Grob zehn Prozent davon gehören aber zu den kritischen Rohstoffen, die bekanntlich sehr wichtig für die Zukunft sind, aber bei uns kaum verfügbar. Es drohen durchaus Versorgungsengpässe. In dem Elektroschrott stecken demnach unter anderem 29 kritische Rohstoffe mit einem Gesamtgewicht von rund einer Million Tonnen, wovon aber nur rund 400.000 Tonnen zurückgewonnen wurden.

Europas Elektroschrott ist eine milliardenschwere Ressource

Rund 162.000 Tonnen Kupfer, 207.000 Tonnen Aluminium, 12.000 Tonnen Silizium, 1.000 Tonnen Wolfram und zwei Tonnen Palladium sind enthalten. Doch selbst bei Recyclingverfahren nach EU-Regeln gingen etwa 100.000 Tonnen an kritischen Rohstoffen verloren – überwiegend Metalle aus der Reihe der seltenen Erden, die sich, wie erklärt wird, schlecht voneinander trennen lassen. Nicht zuletzt ist Europa zu 90 Prozent bei der Beschaffung solcher Wertstoffe auf Drittländer angewiesen. Insgesamt sind wohl auch rund 46 Prozent des gesamten Elektroschrotts nicht nach den Vorgaben der EU-Regulierungen entsorgt worden. Von diesen rund fünf Millionen Tonnen Elektroschott waren 3,3 Millionen mit anderem Metallschrott vermischt, sodass sie höchstens teilweise zurückgewonnen werden konnten. Etwa 700.000 Tonnen wurden mit anderen Abfällen deponiert oder verbrannt. Und 400.000 Tonnen wurden zur Wiederverwertung exportiert. Die EU-Gesetzgebung versucht deshalb, die Recyclingquote zu verbessern, indem sie bequemere Rückgabemöglichkeiten schafft, die Recyclingkapazitäten erhöht und politische Instrumente, wie Ökodesignanforderungen oder Bestimmungen zu Reparatur und Haltbarkeit, einsetzt. So ist Palladium etwa bis zu 30.000 rund 26.000 Euro pro Kilogramm wert, weshalb eine kleine Verbesserung der Rückgewinnung bereits hunderte Millionen wert sein kann, wie es dazu heißt. Aber jedes Kilogramm, das man an kritischen Rohstoffen zurückgewinnen kann und jedes Gerät, das sich reparieren lässt, stärkt die Wirtschaft, verringert die Abhängigkeit und schafft nicht zuletzt neue Arbeitsplätze. Die Kreislaufwirtschaft beginne außerdem schon im eigenen Haushalt.

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