Bearbeitungszentrum Präziser fertigen bei besseren Oberflächen

Von Manfred Lerch 3 min Lesedauer

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Komplexe Spritzguss-Formteile fertigt Dohlen & Krott Werkzeugbau neuerdings auf einem Bearbeitungszentrum von Fehlmann. Seitdem ist die Herstellung wesentlich schneller und präziser als es zuvor auf einer 5-Achs-Maschine der Fall war.

Bei Dohlen & Krott wurde die Option Hochgenauigkeitspaket gewählt, obwohl die Versa 645 linear bereits in der Standardausführung über zahlreiche Features zu höchster Präzision ausgelegt ist. (Bild:  Fehlmann AG)
Bei Dohlen & Krott wurde die Option Hochgenauigkeitspaket gewählt, obwohl die Versa 645 linear bereits in der Standardausführung über zahlreiche Features zu höchster Präzision ausgelegt ist.
(Bild: Fehlmann AG)

Der Geschäftsführer von Dohlen & Krott Werkzeugbau, Ralf Kahlen hatte es sich nicht einfach gemacht. Als der Entschluss gefasst wurde, in ein neues Bearbeitungszentrum zu investieren, wurde zunächst ein intensiver Benchmark durchgeführt und u. a. das Unternehmen Fehlmann in der Schweiz besucht. Die Fertigungstiefe, die Qualität, die Verfügbarkeit der Ersatzteile aber auch die Kompetenz der Mitarbeiter sowie die Innovationsbereitschaft haben ihn überzeugt.

Die Tendenz zur Versa 645 linear, so Ralf Kahlen, war allerdings schon vorher da: „Das Unternehmen Fehlmann hatte mir zwei namhafte Kunden in Holland genannt. Diese Firmen habe ich besucht, Gespräche mit den Verantwortlichen über deren Erfahrungen mit diesen Bearbeitungszentren geführt. Die Werkstücke, die darauf gefertigt werden, haben mich echt beeindruckt. Aber auch beim Vergleich mit den anderen Maschinenherstellern war meine Entscheidung schnell gefallen. Unsere Platzverhältnisse sind sehr eingeschränkt. Für das vorhandene Produktportfolio hätte jedes andere Bearbeitungszentrum zu groß gebaut. Unabhängig davon ist auch bei uns die Energieeffizienz ein Thema. Und dann war es natürlich die Präzision, die mit keiner anderen Maschine erreichbar war.“

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Bei den Toleranzen liegt man in Baesweiler bei 5 Mikrometer, bei den Oberflächen bei Rz 0,8. Ohne Klimatisierung. Auch deshalb hatte man die Option Hochgenauigkeitspaket gewählt. Ein Paket, das Alain Strebel, Verkaufsleiter bei Fehlmann wie folgt präzisiert: „Wir schaben nach wie vor die Auflageflächen der Linearführungen, haben ein geometrisches Präzisionsprotokoll und prüfen die Positioniergenauigkeit in allen Achsen nach ISO 230/2. Bei beiden Maßnahmen setzen wir uns dann noch engere Toleranzen.“

Das Test-Bauteil für Dohlen & Krott haben wir bewusst ohne Klimatisierung mehrmals gefräst. Mit dem Resultat, dass die Ergebnisse kontinuierlich innerhalb der Toleranzen von ± 3 Mikrometern lagen.

Peter Potjans, FE-Vertriebsingenieur NRW bei Fehlmann

Nun hat man sich bei Dohlen & Krott ohnehin dem Fräsen verschrieben, denn 98 Prozent der Bauteile im Kavitäten-Bereich werden poliert. Eine Erodier-Struktur sieht man da nicht unbedingt als Vorteil. Mit der Versa 645 linear, die im Oktober 2022 kam, ist es jetzt möglich, die Bauteile nahezu mit der Endqualität an den Polierer zu liefern. Die Vorteile, die das Unternehmen Fehlmann bei der Versa 645 linear beschreibt, kann Ralf Kahlen durchweg bestätigen. Das beginnt beim Arbeitsraum, der ist in jeder Anordnung für Einrichtarbeiten und zur Prozessüberwachung von vorne frei zugänglich. Eine Automation lässt sich problemlos anbinden. In Baesweiler ist das Bearbeitungszentrum Versa 645 linear bereits für eine Erowa-Automation vorbereitet. Obwohl die Versa 645 linear auch im Bereich der Lohnfertigung (25 bis 30 Prozent) im Einsatz ist, wird die künftige Automation ausschließlich für den Bereich der Mehrfachkavitäten (bis zu 96 fach) zum Einsatz kommen. Nun erlauben die Linearantriebe ja auch hohe Beschleunigungen und Dynamik. Die Dynamik spielt bei Dohlen & Krott allerdings nur eine untergeordnete Rolle, denn im Werkzeugbau sucht man demnach nicht die Sekunde. Dazu Ralf Kahlen:

Wenn ich bei solch einer Investition ein gutes Gefühl habe, entscheidet nicht die Sekunde oder der Preis. Ich muss letztendlich die Produkte meiner Kunden im Auge haben. Und wenn ich, wie mit der Fehlmann, die Präzision und Qualität schnell und problemlos fertigen kann, ist das ja auch ein betriebswirtschaftlicher Vorteil.

Ralf Kahlen, Geschäftsführer von Dohlen & Krott Werkzeugbau

Wirtschaftlich von Vorteil ist aber sicher auch, dass man mittlerweile ein komplettes Produktspektrum von einer anderen Maschine auf die Versa 645 linear verlagern konnte. Einen hohen Stellenwert dagegen hatte bei Dohlen & Krott von Beginn die Prozesssicherheit. Zumal auf dem Bearbeitungszentrum die unterschiedlichsten Werkstoffe bearbeitet werden. Das fängt bei M 330 an, reicht über Alloy und Schwermetalle, Härten bis HRC 62 und demnächst auch Titan. Für einen entsprechend großen Formeinsatz läuft die Maschine da schon mal zwei Tage. Aber selbst da, gab es bislang keine Probleme hinsichtlich der Präzision.

Nun sind zwar die Produkte in Baesweiler die gleichen, wie vor der Investition. Die erforderliche Präzision und Qualität können allerdings wesentlich schneller und problemloser gefertigt werden. Und nicht ganz unwichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass auch die Mitarbeiter von der Versa 645 linear begeistert sind. Zumal die Toleranzen zunehmend immer enger werden.

* Manfred Lerch ist freier Autor.

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