Presshärten in Europa Lokale Fertigung statt globaler Lieferketten

Quelle: Pressemitteilung Wickert Maschinenbau 2 min Lesedauer

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Wettbewerbsfähiges Presshärten in Europa: Komplettanlagen ermöglichen wirtschaftliche Fertigung leichter und hochfester Strukturbauteile in einem Arbeitsgang.

Roboter übernehmen Zuführung, Werkzeugbeschickung und Entnahme, während eine Siemens-SPS-Steuerung mit zentraler HMI-Oberfläche Prozessdaten wie Temperaturen, Drücke und Haltezeiten lückenlos erfasst und archiviert (Bild:  Wickert)
Roboter übernehmen Zuführung, Werkzeugbeschickung und Entnahme, während eine Siemens-SPS-Steuerung mit zentraler HMI-Oberfläche Prozessdaten wie Temperaturen, Drücke und Haltezeiten lückenlos erfasst und archiviert
(Bild: Wickert)

Im Juli 2026 wurden die EU-Safeguard-Maßnahmen für Stahlimporte verschärft. Nachdem die Europäische Union die zollfreien Kontingente halbiert und für weitere Mengen Zollsätze von bis zu 50 Prozent festgelegt hat, rückt die heimische Fertigung, unabhängig von globalen Lieferketten, wieder verstärkt in den Fokus. Neben den verschärften Zöllen sorgen anhaltende Lieferengpässe, volatile Rohstoffmärkte und geopolitische Verschiebungen dafür, dass Hersteller zunehmend nach lokalen Fertigungsalternativen suchen. Presshärten in Europa minimiert das Beschaffungsrisiko globaler Lieferketten und schafft Versorgungssicherheit. Wickert Maschinenbau bietet Anlagen für das wettbewerbsfähige Presshärten von Struktur- und Verschleißbauteilen in Europa. Mit diesen Komplettanlagen für das direkte Presshärten lassen sich hochfeste und zugleich leichte Struktur- und Verschleißbauteile für den Maschinenbau sowie für Nutz- und Landfahrzeuge vor Ort wirtschaftlich fertigen.

Automatisierbar, kurze Produktionszeiten, niedrige Stückkosten

Der Schnitt durch das geschlossene Werkzeug zeigt das Umformen des Bauteils.(Bild:  Wickert)
Der Schnitt durch das geschlossene Werkzeug zeigt das Umformen des Bauteils.
(Bild: Wickert)

Typische Anwendungen sind Verschleißteile in der Agrarindustrie sowie Struktur-und Funktionsbauteile im Off-Highway-Bereich und in Industrieanwendungen. Die Anlagen von Wickert setzen auf das direkte Presshärten. Hierbei wird ein Rohling aus Stahl erhitzt, bei rund 900 bis 950 Grad Celsius austenitisiert und unmittelbar danach im Werkzeug der Presse in einem einzigen Arbeitsgang geformt und gehärtet. Dabei entsteht ein Martensitgefüge mit Zugfestigkeiten von bis zu 1.800 Megapascal.

Gegenüber dem indirekten, „trockenen“ Verfahren mit gekühltem Werkzeug punktet es durch kurze Produktionszeiten, niedrige Stückkosten und einen weitgehend automatisierbaren Ablauf. Zwischen dem Umformen im geschlossenen Werkzeug und dem Kontakt mit dem Abschreckmedium liegen meist nur wenige Sekunden. „Dieses Tempo ist notwendig, um eine unkontrollierte Bildung von Mischgefügen in stark beanspruchten Bereichen zu verhindern und die martensitische Struktur in der gewünschten hohen Qualität und Härteeigenschaft sicherzustellen“, erklärt Marc Jordan, Produktmanager bei Wickert Maschinenbau.

Modular aufgebaute Anlagen

Nach dem Aushärten im Werkzeug wird das Bauteil von einem Roboter entnommen und in einen Pufferspeicher abgelegt (Bild:  Wickert)
Nach dem Aushärten im Werkzeug wird das Bauteil von einem Roboter entnommen und in einen Pufferspeicher abgelegt
(Bild: Wickert)

Die modular aufgebauten Hydraulikpressen der Baureihe WKP werden individuell für die jeweiligen Bauteilfamilien konzipiert. Standard sind Bauteilgrößen bis 1.000 mal 1.000 Millimeter bei sechs bis acht Millimetern Dicke, die erforderliche Presskraft liegt meist zwischen 200 und 500 Tonnen. Der Fertigungsprozess lässt sich vollständig automatisieren: Roboter übernehmen Zuführung, Werkzeugbeschickung und Entnahme, während eine Siemens-SPS-Steuerung mit zentraler HMI-Oberfläche Prozessdaten wie Temperaturen, Drücke und Haltezeiten lückenlos erfasst und archiviert.

Als Abschreckmedien kommen vor allem Polymer-Wasser-Gemische zum Einsatz, deren Durchflussmengen individuell geregelt werden, um die geforderten Bauteileigenschaften zu erreichen.

Wickert übernimmt auf Wunsch die gesamte Planung der Fertigungslinien bis zur Turnkey-Lösung, von der Machbarkeitsstudie bis zur Produktionsübergabe einschließlich CE-Gesamtanlagenkonformität.

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