Digitale Produktion

Profitieren von der virtuellen Welt

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Produktion effizient planen

Wenn die digitalen Produkte tatsächlich produziert werden sollen, müssen Fertigung und die Produktionslogistik ebenso effizient sein wie die Konstruktion. Deshalb gilt es, anhand von Software zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen: Wie wirkt sich die Position einer Bearbeitungsmaschine an einem bestimmten Punkt in der Produktionslinie aus? Wie verändert sich dadurch der Produktionsprozess? Wie wirkt sich der Robotereinsatz auf die Arbeitsweise der Mitarbeiter aus? Eine zentrale IT-Plattform liefert die Daten dafür, um eine zeitsparende Produktionslinie aufzubauen. So lassen sich beispielsweise in Delmia von Dassault Systèmes bereits komplette Produktionsprozesse – lokal oder global –modellieren, visualisieren und simulieren bevor die reale Produktion überhaupt existiert. Dabei können Ergonomie oder Maschineneinsatz ebenso integriert werden wie die NC-Programmierung, das Supply Chain Management oder die Qualitätskontrolle.

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Interview
„Fabrikplanung, Produktentwicklung und Anlagensteuerung werden weiter zusammenwachsen müssen“

Die Vision einer Industrie 4.0 hat auch Auswirkungen auf die Weiterentwicklung von PLM-Lösungen. Was verändert sich derzeit oder was muss sich verändern, damit die Fabrik der Zukunft Realität wird?

Product Lifecycle Management reicht im Zeitalter von Industrie 4.0 nicht mehr aus. Mit der 3D-Experience-Plattform gehen wir deshalb jetzt den nächsten Schritt: Wir stellen eine Business-Plattform bereit, welche die globalen Geschäftsprozesse mit Hilfe einer Vielfalt an Anwendungen abdeckt. Neben PLM-Lösungen gehören dazu zum Beispiel neue Kommunikationswerkzeuge oder Anwendungen zur Auswertung der Datenflut. Außerdem bieten wird mit Apriso Unternehmen die Chance, Produktionssysteme standortübergreifend zu planen – und dabei sowohl alle eigenen Werke als auch die der Zulieferer zu berücksichtigen. Neu ist auch die Möglichkeit, den Endkunden in die Produktentwicklung einzubeziehen. Mit der weiteren Individualisierung der Produkte, wie sie Industrie 4.0 möglich macht, wird dies wichtiger denn je. All das war mit PLM allein noch nicht möglich.

Welche Bedeutung kommt der Cloud/Netzwerk-Infrastruktur in diesem Kontext zu?

Die Cloud wird in der Fabrik der Zukunft eine zentrale Rolle spielen und auch in der Interaktion zwischen Unternehmen und Endkunden wichtig werden. Ich glaube dennoch nicht, dass sie Unternehmensnetzwerke völlig ersetzen wird. Beide Technologien haben schließlich ihre Vor- und Nachteile. Kriterien sind zum Beispiel die Datensicherheit, die Leistungsfähigkeit der Netzwerke sowie wirtschaftliche Aspekte. Deshalb bieten wir die 3D-Experience-Plattform wahlweise als Rechnerinstallation im Unternehmensnetzwerk oder in der Cloud an.

Welche Auswirkungen sehen und erwarten Sie im Hinblick auf PLM-Entwicklung beziehungsweise das Systemzusammenspiel mit Fabrikplanung, Anlagensteuerung und Produktentwicklung?

Um die steigende Komplexität zu bewältigen und flexibler zu agieren, werden Fabrikplanung, Produktentwicklung und Anlagensteuerung noch weiter zusammenwachsen müssen. Mit einer Kombination aus 3D-Experience-Plattform und einem ERP-System ist das möglich. Für den einzelnen Mitarbeiter heißt das nicht, dass er nun alle Facetten der IT-Systeme beherrschen muss. Im Gegenteil: Es braucht Systeme, die den Mitarbeitern nur genau die Informationen und Funktionalitäten zu Verfügung stellen, die sie benötigen und bewältigen können.

Autonome Produktion in einer Industrie 4.0

Die softwarebasierte Produktionsplanung bis hin zum einzelnen Arbeitsplatz – sei er mit Mensch oder Roboter besetzt – ist schon längst kein Novum mehr. In einer Industrie 4.0 hingegen werden sich die Produktionsprozesse hin zu einer „autonomen Produktion“ entwickeln. Durch das Internet der Dinge, hohe Rechenleistungen und Miniaturisierung drahtloser Sensoren können riesige Datenmengen in kurzer Zeit analysiert werden. Das kann die Produktion der Zukunft nutzen: Produktionssysteme in einem autonomen Produktionsszenario werden so flexibel sein, dass sie sich für jeden Produktionsdurchlauf neu anpassen und optimieren.

Bis dies zur Realität wird, werden noch zusätzliche Technologien benötigt, beispielsweise zum Speichern exakter Positionen von Produktions- und Logistikeinrichtungen in einer Werkshalle. Doch dann wird es möglich sein, Produkte noch schneller zum Kunden zu bringen. MM

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