Zerspanungstechnik Prozessüberwachung senkt Fertigungskosten

Autor / Redakteur: Wolfgang Fili und Klaus Nordmann / Bernhard Kuttkat

Vor allem beim Drehen von korrosionsbeständigen Stählen passiert es häufig, dass Werkzeuge aufgrund fester Wechselzeiten zu spät oder auch zu früh ausgewechselt werden. Das verursacht mehr Kosten als kalkuliert. Das Problem löst ein Überwachungssystem, das den Werkzeugverschleiß überwacht.

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In der Lohnfertigung von Müller + Guski OHG in Herscheid waren Werkzeugschneiden immer wieder weit vor der geplanten Zeit gebrochen. Vor allem beim Spanen von nicht rostendem Stahl passierte dies regelmäßig. Bei einem größeren Auftrag, es ging um Näherungsschalter für Kunden aus der Automobilbranche, schlug dies empfindlich zu Buche. Aber auch weitere Aufträge verliefen kritisch, so Geschäftsführer Achim Guski, denn die Ist- und Soll-Werte beim Werkzeugverschleiß klafften oft weit auseinander. So ergaben durch feste Wechselzeiten bedingte Werkzeugbrüche in der Nachkalkulation jeweils Hunderte von Euro an Mehrkosten.

Wendeplatten schon vor der vorgesehenen Zeit verschlissen

Meist waren die Wendeplatten schon vor Ablauf der vorgesehenen Zeit verschlissen und angearbeitete Teile konnten nicht mehr fertig bearbeitet werden. Umgekehrt war bei anderen Schneideinsätzen zum Wechselzeitpunkt die tatsächliche Standzeit noch nicht ausgeschöpft, wie sich bei der Prüfung der vermeintlich verschlissenen Schneidplatten herausstellte.

Unter dem Strich wurden damit jedoch nicht nur die Stückkosten in die Höhe getrieben. Auch die Werkstücktoleranz war weniger eng als gewünscht. Bedienerarme Schichten waren unmöglich und Termintreue zu halten, gestaltete sich schwieriger.

Überwachungssystem zeigt notwendigen Werkzeugaustausch zuverlässig an

Um das zu ändern, waren rechtzeitig zuverlässige Aussagen erforderlich, wann die Werkzeuge ausgetauscht werden müssen. Die Lösung: Ein Überwachungssystem der Hürther Nordmann GmbH + Co. KG. Auf einer Drehmaschine Emco Turn 345 erfolgte die Probeinstallation für einen Pauschalpreis von 700 Euro.

Über zwei Monate wurde das Überwachungssystem geprüft. Bereits nach einer Woche Testbetrieb zeigte sich, dass sich der Verschleiß der Wendeschneidplatten anhand der auf die Werkzeuge wirkenden Schnittkräfte, die vom Tool-Monitor als Messkurven dargestellt und mit Grenzwerten überwacht werden, exakt ablesen ließ. Hatte man anfangs vor allem danach geschaut, inwieweit die zuvor gemachten eigenen Erfahrungswerte mit den dargestellten Messkurven übereinstimmten, verließ sich Guski bereits ab der zweiten Woche ganz auf das Messgerät und seine Sicherungsfunktion.

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