Kühlschmierstoffaufbereitung Pumpe schreddert Späne im Kühlschmierstoff gleich mit

Redakteur: Stéphane Itasse

Platz ist knapp in der Werkzeugmaschinenperipherie. Um den Flächenverbrauch zumindest für die Späneentsorgung zu reduzieren, hat ein Hersteller eine neuartige Schredderpumpe entwickelt, die lange Aluminiumspäne im Kühlschmierstoff auf ein pumpfähiges Maß zerkleinert.

Anbieter zum Thema

Die Schredderpumpe TSC 65 entfernt nicht nur den Kühlschmierstoff aus der Werkzeugmaschine, sondern zugleich auch Aluminiumspäne.
Die Schredderpumpe TSC 65 entfernt nicht nur den Kühlschmierstoff aus der Werkzeugmaschine, sondern zugleich auch Aluminiumspäne.
(Bild: Knoll)

Der Markt hat hohe Anforderungen an Kühlschmierstoff-Pumpen und Späneentsorgungseinrichtungen: Sie sollen wenig kosten, sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb, wenig Platz verbrauchen und wartungsarm sein.

Pumpe entfernt Späne zusammen mit dem Kühlschmierstoff aus der Werkzeugmaschine

Die Knoll Maschinenbau GmbH in Bad Saulgau hat dazu zwei Aggregate vereint: Mit der neu entwickelten Schredderpumpe TSC 65 lässt sich nicht nur der Kühlschmierstoff aus Werkzeugmaschinen abpumpen, das Aggregat ist zugleich in der Lage, lange Aluminium-Wirrspäne auf eine Größe von 10 bis 20 mm zu zerkleinern. Damit kann die Pumpe die Späne zusammen mit dem Kühlschmierstoff aus der Werkzeugmaschine entfernen.

Um die Späne zu zerkleinern, sind vor dem Pumpeneintritt eine Lochplatte mit einer Härte von 60 HRC sowie ein Schneidkopf montiert. Die Größe der Löcher ist variabel einstellbar und kann damit an die Spangröße angepasst werden.

Der Schneidkopf ist auf Siliciumcarbid-Lagern gelagert, was die Biegebelastung der Welle minimiert und die Lebensdauer der Schredderpumpe verlängert. Ein Leitrohr sorgt für die optimale Strömung des Kühlschmierstoff-Späne-Gemischs zum Schneidkopf. Ein tangentialer Druckstutzen der Pumpe ermöglicht zudem einen deutlich verbesserten Wirkungsgrad.

Schredderpumpe spart Platz und Geld

Die Schredderpumpe TSC 65 bewältigt nach Angaben des Herstellers einen Volumenstrom von 200 bis 1200 l/min bei einer maximalen Förderhöhe von 28 m. Sie ist konstruktiv so ausgelegt, dass der Spanfrachtanteil bis zu 10 g/l betragen darf. Auch ein Gasanteil von bis zu 25 % ist zulässig. Die Pumpe ist über einen Frequenzumrichter regelbar. Als Antrieb dienen Normmotoren mit 5,5 oder 7,5 kW, auch Sondermotoren können angebracht werden.

Anwender der Schredderpumpe profitieren nicht nur von der Platzersparnis durch den Wegfall eines zusätzlichen Späneförderers und Zerkleinerers an der Werkzeugmaschine. Auch bei den Kosten macht sich dieser Wegfall bemerkbar: zum einen in der Anschaffung – Wolfgang Neuburger, Vertriebsleiter bei Knoll Maschinenbau, schätzt, dass das neuartige Schredderpumpensystem nur halb so teuer ist wie eine Einrichtung mit Späneförderer und Zerkleinerer. Zum anderen sinken die Gesamtbetriebskosten, da sie für die Pumpe auf gleichem Niveau bleiben, für die anderen bisher eingesetzten Aggregate aber entfallen.

Derzeit bietet Knoll die Schredderpumpe nur für die Beseitigung von Aluminiumspänen an. Nach Auskunft von Neuburger laufen derzeit aber auch Versuche mit Stahlspänen.

(ID:40006160)