12. IBS-Expertenkreis Qualitäts- und Produktionsmanagementsysteme richtig einführen

Redakteur: Claudia Otto

Unter dem Motto „Best Practice bei der Einführung moderner Qualitäts- und Produktionsmanagementsysteme“ fand am 6. November 2008 in Stuttgart der 12. IBS-Expertenkreis statt. Bei der Veranstaltung konnten sich Forschungs- und Industrievertreter zu den Themen Qualitäts-, Produktions- und Compliance-Management austauschen.

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Referenten deutscher OEMs und internationaler Zulieferer sowie mittelständischer Unternehmen berichteten über ihre Erfahrungen mit IBS-Systemen in der Praxis.

Unter den Referenten waren unter anderem Vertreter von Siemens, IBS, Microsoft, Borg Warner, Metafol, Delphi und FCI Connectors. Dr. Alexander Schloske, Leiter Produkt- und Qualitätsmanagement beim Fraunhofer IPA in Stuttgart, informierte die Teilnehmer über funktionale Sicherheit und Risikominimierung in der Praxis. Mit der Frage „Wie beherrschen mittelständische Unternehmen ihren Produktentstehungsprozess?“ beschäftigte sich eine Untersuchung der DGQ Beratung.

Produktentstehungsprozess muss auf den Prüfstand

Dr. Stephan Kloos, Geschäftsführer der DGQ Beratung, stellte die Ergebnisse der Benchmarkstudie „Wie beherrschen mittelständische Unternehmen ihren Produktentstehungsprozess?“ vor. Im Rahmen der Studie wurde untersucht, was erfolgreiche Unternehmen von nicht erfolgreichen bei der Umsetzung des Produktentstehungsprozesses unterscheidet.

Laut der Studie sind zwei Drittel der erfolgreichen Unternehmen der Ansicht, dass der Produktentstehungsprozess aktuell eine sehr hohe Bedeutung für ihren Unternehmenserfolg hat, bei weniger erfolgreichen Unternehmen vertreten lediglich 36% diese Ansicht. Weniger erfolgreiche Unternehmen sollten deshalb die Bedeutung ihres Produktentstehungsprozesses und dessen Gestaltung auf den Prüfstand stellen, so die Forderung von Kloos.

Ständiger Ableich zwischen Prozess und Markt erforderlich

Die Untersuchung ergab außerdem, dass die Zufriedenheit mit dem letzten Produktentstehungsprozess sowie mit seinen Teilprozessen in erfolgreichen Unternehmen durchweg höher ist als in weniger erfolgreichen Unternehmen. Erfolgreiche Unternehmen steuern nach der Studie den Produktentstehungsprozess sehr viel intensiver, auch wenn sie dabei eine höhere Änderungsquote in Kauf nehmen müssen. Kloos empfiehlt Unternehmen deshalb, nicht nur zu Beginn und beim Launch, sondern während des gesamten Produktentstehungsprozesses den ständigen Abgleich mit dem Markt vorzunehmen.

Als Schlussfolgerungen stellte Kloos unter anderem heraus, dass der Produktentstehungsprozess noch erhebliche Potenziale beinhalte und ohne einen guten Produktentstehungsprozess der wirtschaftliche Erfolg stark gefährdet sei. Weniger erfolgreiche Unternehmen müssten ihre Innovationsgeschwindigkeit beschleunigen.

Rechtzeitiger Prozessabbruch vermeidet Verschwendung

Ein effektives Projektmanagement bedeute auch bereichsübergreifendes Gestalten und Steuern sowie mit der Entscheidung zu einem rechtzeitigen Abbruch eines Produktentstehungsprozesses Verschwendungen zu vermeiden. So ist laut der Studie der Anteil an Abbrüchen nach der Produktionsphase bei weniger erfolgreichen Unternehmen wesentlich höher, wodurch bei solchen Unternehmen ganz erhebliche Kapital- und Personalressourcen einfach verbrannt würden.

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