Harte Tarifrunde IG Metall will deutlich mehr Gehalt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Rund sieben Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall angesichts gestiegener Kosten für Verbraucher. Arbeitgebervertreter sehen das anders ...

Bald Tarifverhandlungen. Die IG Metall fordert angesichts gestiegener Kosten für die Verbraucher rund sieben Prozent mehr Lohn. Arbeitgeber sprechen allerdings von einer Rezession, die das nicht erlaubt. Bald muss eine Entscheidung fallen, sonst drohen massive Streiks.(Bild:  AFP)
Bald Tarifverhandlungen. Die IG Metall fordert angesichts gestiegener Kosten für die Verbraucher rund sieben Prozent mehr Lohn. Arbeitgeber sprechen allerdings von einer Rezession, die das nicht erlaubt. Bald muss eine Entscheidung fallen, sonst drohen massive Streiks.
(Bild: AFP)

In der Metall- und Elektroindustrie droht eine harte Tarifrunde. Der IG-Metall-Vorstand empfiehlt sieben Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche. Die finanzielle Belastung der Beschäftigten sind schließlich hoch, begründete IG-Metall-Chefin Christiane Benner (im Bild) die Forderungsempfehlung des Gewerkschaftsvorstandes. Auch wenn die Inflationsrate sinke, bleibe der Preissockel an den Kassen hoch. Die Arbeitgeber sehen dagegen keinen großen finanziellen Spielraum. „Die Metall- und Elektroindustrie befindet sich weiterhin in der Rezession. Die genannten Vorstellungen klingen aber, als ob wir uns in einem wirtschaftlichen Boom befinden“, kritisierte Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf. Bei allem Verständnis für die Anliegen der Beschäftigten komme es gerade jetzt darauf an, den Standort zu stärken.

Reallöhne befinden sich auf Stand von 2016

Nach Daten der gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung sind die Reallöhne der Tarifbeschäftigten insgesamt in Deutschland wegen der starken Inflation in den vergangenen Jahren auf den Stand von 2016 zurückgefallen. Vor allem in den Jahren 2021 und 2022 habe es drastische Reallohnverluste gegeben. Bei einer Umfrage der IG Metall, an der sich etwa 318 000 Beschäftigten beteiligten, gab eine Mehrheit von 59 Prozent an, es sei ihnen besonders wichtig, ihre gestiegenen Kosten auszugleichen. Weiteren 15 Prozent war die Stärkung der Kaufkraft besonders wichtig. Der IG Metall zufolge hat die Inflation die steuerfreien Einmalzahlungen vom letzten Tarifabschluss 2022 quasi aufgefressen.

Es geht auch um zusätzliche freie Tage

Die Empfehlung der Gewerkschaft ist aber auch noch nicht die endgültige Forderung. Darüber will der IG Metall-Vorstand nach den Diskussionen in den regionalen Tarifkommissionen am 9. Juli entscheiden. Die Entgelttarifverträge für die Beschäftigten in den Kernbranchen der deutschen Industrie, zu denen unter anderem der Fahrzeugbau und der Maschinenbau zählen, laufen zum 30. September. Sprechen möchte die IG Metall mit den Arbeitgebern auch über eine Ausweitung der tariflichen Freistellungszeit. Beschäftigte mit Kindern, Pflegeaufgaben oder in Schichtarbeit in der Metall- und Elektroindustrie können statt tariflichem Zusatzgeld bis zu acht zusätzliche freie Tage beantragen. Die IG Metall möchte dies auf weitere Beschäftigte ausweiten. Die ersten Verhandlungen finden nach IG-Metall-Angaben bis spätestens 16. September statt – also bis spätestens sechs Wochen vor Ende der Friedenspflicht am 28. Oktober. Warnstreiks wären dann ab dem 29. Oktober möglich.

(ID:50068036)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung