Industrie 4.0 beim Spritzgießen Rasante 3D-Folienzufuhr für produktiveres Hinterspritzen

Autor / Redakteur: Philipp Sebald / Peter Königsreuther

Industrie 4.0 ist dabei, die industrielle Fertigung auf ein neues Niveau zu heben. Die flexible Automatisierung ist dabei ein Thema, das auch für Spritzgießer interessant ist. Ein Belade- und Palettiersystem macht jetzt das Folien-Hinterspritzen wirtschaftlicher.

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Die Benutzeroberfläche der Steuerung ist das A und O eines neuartigen, automatisierten Belade- und Palettiersystems für die Zuführung von dreidimensionalen Folien an eine Spritzgießmaschine, denn sie macht das Folienhinterspritzen produktiver und genügt dem Industrie-4.0-Prinzip.
Die Benutzeroberfläche der Steuerung ist das A und O eines neuartigen, automatisierten Belade- und Palettiersystems für die Zuführung von dreidimensionalen Folien an eine Spritzgießmaschine, denn sie macht das Folienhinterspritzen produktiver und genügt dem Industrie-4.0-Prinzip.
(Bild: IWB)

Ein neu entwickeltes, automatisiertes Belade- und Palettiersystem zur Zuführung von dreidimensional geformten Folien zu einer Spritzgießmaschine, das nach dem Industrie-4.0-Prinzip arbeitet, ist Kern dieses Artikels. Das System baut auf einem servoangetriebenen Acht-Achs-Linearsystem mit zwei universellen Belade- und Entnahmegreifern auf. Dabei werden Kunststofffolien bei einer Taktzeit von 30 Sekunden mit sehr hoher Varianz einer Spritzgussmaschine zugeführt.„Hervorzuheben ist die dynamische Steuerungsumgebung, welche beliebig vom Anlagenbetreiber konfiguriert/programmiert werden kann, sowie die integrierten Bildverarbeitungssysteme, die eine hundertprozentige Prüfung der gefertigten Teile ermöglichen.“ sagt Ralf-Peter Kroschel, Geschäftsführer der IWB Industrietechnik GmbH. Eine ressourcenschonende Produktion wird durch die Prüfung der zuzuführenden Folien bereits vor dem eigentlichen Spritzgießprozess gewährleistet. Menschliche Fehler, die beim Rüsten von produktspezifischen Anlagenteilen auftreten können, werden durch verschiedene Prüfungen der Kamerasysteme entdeckt und die entsprechenden Teile ausgesondert.

Folienvielfalt fest im Griff

Die Benutzeroberfläche der Steuerung ist eine dynamische Lösung. Diese baut auf modernstem HTML5, CSS3 und, wie die Schnittstelle zur SPS von Beckhoff, auf JavaScript auf. Im Detail kam hierfür eine Javascript-Server Umgebung namens Node-JS zum Einsatz. Diese Kombination hat den Vorteil, dass die Programmierung fast durchgängig mit JavaScript erfolgen kann. Unterstützt wurde die Softwareentwicklung auch durch die Verwendung von diversen Frameworks wie AngularJS und der Google Designsprache Material Design, sowie weiterer Open-Source Software wie My-SQL und dem bereits erwähnten Node-JS.

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„Mit einer Standardlösung hätten wir die Varianz der Folien in Kombination mit einer einfachen, flexiblen und von jedem Gerät aus steuerbaren Bedienung nicht umsetzen können. Außerdem wäre eine Umprogrammierung nur an einem angeschlossenen Bildschirm möglich gewesen.“ erklärt Kroschel.

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