Teilereinigung

Reinigungsanlage macht auch feinsten Partikeln den Garaus

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Was sich mit modernen Teilereinigungsanlagen erreichen lässt, zeigt das Beispiel der im baden-württembergischen Sternenfels ansässigen Alutec Metal Innovations GmbH & Co. KG. Das Unternehmen fertigt seit 1988 Kaltfließ-Pressteile aus Aluminium und inzwischen auch aus Hybridmaterialien wie Alu-Kupfer-Verbindungen. Kunden sind zu 95 % Tier-1-Zulieferer der Automobilindustrie wie Bosch, Continental, ZF Lenksysteme, Hella und Behr, die Alutec weltweit beliefert.

Leistungsfähige Teilereinigung ist wesentliches Qualitätsmerkmal

Das Teilespektrum beinhaltet drei Hauptproduktgruppen: Gehäuse, beispielsweise für Einparkhilfesysteme, Kühlkörper für Applikationen im Bereich der Leistungselektronik sowie Kolben, die unter anderem in Radbremssystemen von Pkw und Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommen. Von diesen Werkstücken produziert das Unternehmen mit rund 180 Mitarbeitern zwischen 40 und 45 Mio. jährlich.

Ganz wesentlich für die Qualität der Alutec-Teile ist eine leistungsfähige Reinigung. Dabei geht es einerseits darum, organische Verunreinigen so effektiv zu entfernen, dass die Oberflächen anschließend kleb- beziehungsweise beschichtungsfähig sind. Andererseits hat der Hersteller von Kaltfließ-Pressteilen hohe Anforderungen hinsichtlich partikulären Restschmutzes, beispielsweise kein Partikel > 500 µm. Dann darf bei Elektronikgehäusen kein Flitter auf den Teilen vorhanden sein, der einen Kurzschluss auslösen könnte. Außerdem legen die Alutec-Kunden großen Wert auf Fleckenfreiheit.

Zinkstearat stellt Herausforderung für Teilereinigung dar

Für die Reinigung stellt auch das beim Kaltfließpressen als Schmiermittel eingesetzte Zinkstearat eine Herausforderung dar. Da die bei Alutec vorhandene Perchlorethylen-Reinigungsanlage den Anforderungen nicht mehr gewachsen war, unter anderem durch eine hohe Reparaturanfälligkeit und einen enormen Stabilisatorverbrauch, entschied man sich, diese Anlage zu ersetzen. Neue Projekte machten außerdem die Erhöhung der Reinigungskapazität erforderlich. Das Unternehmen investierte in mehrere baugleiche Anlagen von Roll.

Alutec hatte zuvor im Technikum von Roll Reinigungsversuche und Restschmutzanalysen zur Prozessentwicklung durchgeführt. Sie belegten, dass das angestrebte Reinigungsergebnis zuverlässig zu erreichen war. Außerdem zeichneten sich die Anlagen durch ihr Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Mit beidem habe sich Roll gegen zwei Wettbewerber durchgesetzt, wie Alutec berichtet. Die mit Perchlorethylen betriebenen Reinigungssysteme RWTVS arbeiten unter Vollvakuum, um den Stabilisatorverbrauch zu reduzieren. Sie sind mit jeweils zwei Lösemitteltanks für die Vor- und Feinreinigung mit den Schritten Tauchen, Dampfentfetten und Vakuumtrocknen ausgestattet.

Die Zuführung der Teile erfolgt in Körben mit den Abmessungen 670 × 480 × 300 mm automatisch über eine Rollenbahn. Teilespezifische Werkstückträgeraufnahmen ermöglichen, dass die Reinigungsunterstützung durch Ultraschall und Druckumfluten optimal wirken kann. Die Bildung von Schmutznestern in der Arbeitskammer wird durch deren elektropolierte Oberfläche verhindert.

Die Oberflächenspannung der Teile nach der Reinigung kontrolliert Alutec mit entsprechenden Testtinten. Die Restschmutzanalysen zur partikulären Sauberkeit werden teils im Haus und teils in externen Labors durchgeführt. Die Reinigungsergebnisse erfüllen dabei die hohen Erwartungen.

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