Vollgas in die Rüstung Renk setzt verstärkt auf Panzergetriebe-Komponenten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Fertigung seiner Panzergetriebe hat der Rüstungshersteller Renk deutlich nach oben geschraubt ...

Das HSWL 354 ist das Getriebe, das etwa im Kampfpanzer Leopard 2 eingebaut ist. Renk baut dieses System und schickt sich nun an, die Taktzeit mehr als deutlich zu erhöhen. Damit rückt bei Renk der militärische Bereich als Abnehmer stärker in den Fokus ...(Bild:  Renk)
Das HSWL 354 ist das Getriebe, das etwa im Kampfpanzer Leopard 2 eingebaut ist. Renk baut dieses System und schickt sich nun an, die Taktzeit mehr als deutlich zu erhöhen. Damit rückt bei Renk der militärische Bereich als Abnehmer stärker in den Fokus ...
(Bild: Renk)

Wie also andere Industriekonzerne auch, schwenkt Renk zunehmend auf die Rüstungsbranche um. Denn dort ist derzeit die Nachfrage deutlich höher als aus dem Zivilbereich. Emmerich Schiller, der Operativ-Vorstand von Renk, prognostiziert zur aktuellen Lage: „2023 kamen wir auf unter 600 Panzergetrieben. Dieses Jahr sind es schon über 800 und 2030 werden es mehr als 2.000 sein.“ Denn angesichts der von der Politik ausgerufenen „Zeitenwende“, wie man den Rüstungsboom auch verschönernd nennt, seien die Perspektiven für Rüstungsgeschäfte so gut, wie schon lange nicht mehr. Auslöser war bekanntlich der Angriff Russlands auf die Ukraine. Renk will demnach bis 2028 in Deutschland bis zu 325 Millionen Euro in die Digitalisierung und den Kapazitätsausbau in Deutschland investieren. Am Standort Rheine weihte der Renk-Manager auch schon neue Maschinen ein, die eben die Produktion von Panzergetriebeteilen beschleunigen sollen. Im Vergleich zu früher sinke die Arbeitszeit, die für die Bauteile – es handle sich um sogenannte Planetenträger – nötig sei, dadurch um circa 60 Prozent. Man schaltet laut Schiller quasi vom Manufaktur-Betrieb auf eine Kleinserienproduktion um. Dafür wurden in Rheine in den vergangenen Jahren neue Maschinen für 20 Millionen Euro angeschafft. In den kommenden Jahren sollen weitere installiert werden, die ebenfalls rund 20 Millionen Euro an Investitionen bedeuten.

Der Kampfpanzer wird noch Jahrzehnte gebraucht

Bisher produziere Renk in Rheine fast nur Bauteile für den zivilen Bereich – etwa Getriebeteile für Containerschiffe. Bis 2030 sollen bis zu 30 Prozent der Produktion für den militärischen Bereich bestimmt sein. Aktuell sind es nur etwa fünf Prozent, die beispielsweise Getriebegehäuse für Fregatten betreffen. Die Mitarbeiterzahl in Rheine soll bis Ende des Jahrzehnts dann von derzeit gut 450 über 500 steigen. Schiller merkt an: „Wir haben einen signifikanten Bedarf an Spezialisten hier.“ Die Panzergetriebe werden übrigens im Renk-Stammwerk in Augsburg fertig montiert. Die Renk-Getriebe werden etwa in den langsam auslaufenden Kampfpanzer Leopard 2 eingebaut. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg glauben manche schon, dass die Zukunft von Konflikten von Drohnen beherrscht wird und Panzer obsolet werden. Schiller kontert: „Ich bin fest davon überzeugt, dass man noch jahrzehntelang Kampfpanzer und andere Panzerfahrzeuge brauchen wird! Mir fehlt die Fantasie, mir vorzustellen, dass man auf dem Gefechtsfeld ausschließlich mit Drohnen operieren kann.“ Es werde eher um einen Kampfverbund gehen, in dem bekannte Kampfsysteme und Drohnen gemeinsam operierten. Auch belege das Geschehen in der Ukraine, dass Drohnen eher etwas für die Verteidigung als für einen Angriff seien, wo es auf Durchsetzungsfähigkeit ankomme.

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