BLG Logistics

Revolution im Seehandel

Seite: 4/4

Firmen zum Thema

Bis Mitte der 1990er-Jahre entwickelte sich zunehmend eine Arbeitsteilung zwischen Bremen und Bremerhaven. Bremerhaven baute die alten Hafenanlagen für den konventionellen Umschlag nach und nach ab. Am Nordhafen konzentrierte sich der Pkw-Umschlag, die Stromkaje wurde immer weiter ausgebaut. Bis heute ist der CTB über vier Ausbaustufen auf 4690 m Kajenlänge und 2,9 Mio. m² gewachsen. Mit seiner Lage direkt an der Nordsee gilt der Standort mit einer Umschlagskapazität von 8 Mio. TEU als moderner und leistungsfähiger Hub für Containerverkehre nach ganz Europa und in die Welt (TEU = Twenty-foot Equivalent Unit = Standardcontainer).

1995 verlagerte sich das Containergeschäft vollständig von Bremen nach Bremerhaven, während im Neustädter Hafen BLG Logistics heute Europas größten Terminal für Stück- und Schwergut betreibt. Auf den ISPS-zertifizierten Anlagen schlägt der mittlerweile international aufgestellte Logistikdienstleister jährlich rund 2 Mio. t Stahl- und Forstprodukte, Maschinen und Anlagen sowie weitere XXL-Güter um.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 28 Bildern

Vom Stückgutfrachter zum Riesen

Ähnlich sprunghaft wie die Umschlagentwicklung verlief die Größenentwicklung der Schiffe. Die ersten Containerschiffe waren umgebaute Stückgutfrachter, die auch konventionelles Stückgut mitnehmen konnten. Bald folgten die ersten Vollcontainerschiffe mit Platz für einige Hundert Boxen. Ende der 1960er-Jahre erreichte die zweite Generation der Containerschiffe eine Kapazität zwischen 1000 und 2000 TEU. Die dritte Generation, Mitte der 1970er-Jahre aufgelegt, konnte bis zu 3000 TEU transportieren. In den 1980er-Jahren wuchsen die Schiffe auf 4800 TEU an. Die „Emma Maersk“, das erste Schiff der E-Klasse der dänischen Reederei Maersk Line, hat das Zeitalter der Ultra Large Container Vessels (ULCV) eingeläutet mit Schiffen, die nahezu 400 m lang und mehr als 50 m breit sind. Die Triple-E-Klasse von Maersk Line kann 18.000 Container mitnehmen. Im Herbst 2015 machte die „MSC Zoe“ mit einer Kapazität von 19.224 TEU am Eurogate Container Terminal Hamburg fest.

Seit Mitte der 1990er-Jahre bilden die globalen Containerreedereien zunehmend Allianzen. Diese Entwicklung erforderte auch bei den Containerterminalbetreibern ein strategisches Umdenken. Nach langjährigen Verhandlungen zwischen Eurokai (Hamburg) und BLG wurden die Containeraktivitäten der beiden Unternehmen zusammengeführt. 1999 wurde Eurogate gegründet und Deutschlands größte Containerterminalbetreibergruppe entstand.

Am 4. Mai 2016 konnten BLG Logistics und Eurogate schließlich „50 Jahre Containerumschlag in Deutschland“ feiern. „Es sind zwei Erfolgsgeschichten, die wir feiern“, freut sich Martin Günthner, Bremens Wirtschafts- und Häfensenator über den Anlass. „Zum einen die Geschichte des Containers, der heute in der Logistik nicht mehr wegzudenken ist und vor fünfzig Jahren als Revolution galt. Zum anderen die Entwicklung der Bremischen Häfen, die damals wie heute wegweisend ist.“

* Weitere Informationen: BLG Logistics Group AG & Co. KG in 28203 Bremen

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44028427)

Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt