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1. Das volle Ausmaß der Krise wird erst im zweiten Halbjahr 2009 sichtbar
Die Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau sind in den ersten Monaten 2009 massiv eingebrochen. Allerdings wirkt sich dieser Absturz aufgrund der typischen Auftragszyklen der Branche verzögert auf Umsätze und Produktionsvolumina aus. Da der Zahlungseingang typischerweise nach 70 bis 80 Tagen erfolgt, wird der Rückgang im Volumen erst im zweiten Halbjahr 2009 voll auf die Liquidität durchschlagen.
2. Die Krise dauert länger als erwartet
Die aktuelle Rezession steht laut Unternehmensberatung unter ähnlichen Vorzeichen wie die Krise im deutschen Maschinenbau zu Beginn der 90er-Jahre. Damals folgte auf Jahre kräftigen Wachstums abrupt ein starker Einbruch. Das Produktionsvolumen war zwei Jahre lang rückläufig. Erst nach fünf Jahren wurde das Niveau der Vorjahre wieder erreicht.
Übertragen auf die aktuelle Krise bedeute dies, dass die Märkte im Maschinen- und Anlagenbau bis 2010 rückläufig sein werden. Entsprechend erwarteten fast 40% der befragten Manager das Ende der Rezession erst für 2011 oder später.
3. Der Markt bleibt mittelfristig um 20 bis 30% kleiner als im Jahr 2008
Das Jahr 2008 war für viele Branchensegmente ein Rekordjahr mit starken Zuwächsen. So lag die Produktion im deutschen Maschinenbau im Durchschnitt rund 30% über dem langfristigen Trend. Fast alle Marktbeobachter rechneten nach dem starken Abschwung mit einer nur langsamen Erholung und Rückkehr zum historischen Trend. Das Marktvolumen werde in diesem Szenario mittelfristig etwa um 20 bis 30% kleiner sein als 2008.
Demzufolge werde sich der in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnte Maschinen- und Anlagenbau auf eine längere Durststrecke einstellen müssen. „Auch nach 2012 ist das Erreichen des Niveaus von 2008 über mehrere Jahre hinweg unwahrscheinlich“, erläutert Jäde. „Unternehmen müssen sich auf ein nachhaltig reduziertes Marktvolumen einstellen und ihre Strukturen und Kapazitäten entsprechend anpassen.“
4. Radikale Strukturanpassungen sind jetzt notwendig
Vor diesem Hintergrund würden die meisten Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus noch viel zu defensiv agieren und mit oft zu kurzfristigen Maßnahmen wie Kurzarbeit und Auflösung von Leiharbeitsverträgen. Dies werde jedoch nicht ausreichen, um die noch lang anhaltenden Probleme zu meistern.
Zusätzliche strukturelle Veränderungen wie eine Anpassung der Standortstruktur und die Reduktion der Fixkosten um 20 bis 30% seien notwendig, um bei geringeren Umsätzen weiterhin einen positiven Cashflow zu erwirtschaften.
Als ihre wichtigste Herausforderung auf der Kostenseite bezeichneten die im Rahmen der Studie befragten Manager einen zu großen Overhead und Überkapazitäten. Insbesondere stark fremdfinanzierte Unternehmen seien ohne Strukturanpassungen kaum überlebensfähig.
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