Drehen

Robotisch rüstende Drehzelle automatisiert Kleinserienfertigung

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Die Anlage verfügt über ein Toolmanagement inklusive Voreinstellgerät mit EDM-Anbindung. Die Werkzeuge werden im Revolver gewechselt und zusätzlich hilft eine zelleneigene Standzeitüberwachung dabei, zu erkennen, ob ein bestimmtes Werkzeug ausgetauscht oder überholt werden muss.

Roboter-Drehzelle vollständig in digitale Umgebung integriert

Lidu setzt die Drehzelle momentan so ein, dass die Werkstücke nach der Reihenfolge der eingehenden Aufträge abgearbeitet werden, was nun auch für Kleinserien wirtschaftlich möglich ist. Durch die vollständige Integration der digitalen Umgebung, die vom Auto-Cell-Schwesterunternehmen CNC Netlink durchgeführt wurde, gelingt die flexible Planung für die Arbeitsvorbereitung bis hin zur Nachkalkulation in Echtzeit.

Die Auftragsübermittlung und Datenrückmeldung von der Anlage geschieht über das MDE-Softwaresystem (mobile Datenerfassung). Das sorgt für die lückenlose Rückverfolgbarkeit der einzelnen Werkstücke. Jederzeit kann so der aktuelle Fertigungsstatus abgerufen und auf mögliche Kundenwünsche bezüglich Teileänderungen schnell reagiert werden. Das automatische Rüsten gewährleistet deutlich verkürzte Durchlauf- und Lieferzeiten. Wie Lidu bestätigt hat, übertraf die Auto-Cell 24/7 schon nach etwa einem Monat Betriebszeit die vom Hersteller versprochene Spindeleffizienz von 80 %.

Modulares Regalsystem erhöht die Flexibilität

Die Ausrüstung der Auto-Cell 24/7 ermöglicht die Bearbeitung von Sägeabschnitten sowie Guss- oder Schmiedeteilen bis zu einer Länge von 600 mm und ab einem Durchmesser von 40 mm bis zu einem Maximalwert von 200 mm. Um die Produktivität weiter zu steigern und im Bedarfsfall auch vorbearbeitete Teile wieder einzulagern, werden die beiden Drehmaschinen noch über ein modular aufgebautes Regalsystem mit vier Ausgabestellen versorgt. Das Regal verfügt über 36 Tablare mit einer jeweiligen Aufnahmefläche von 1200 mm × 1200 mm. Jedes Tablar kann mit einem Gewicht von maximal 1,25 t belastet werden. In Summe kann das Regalsystem also über 40 t Material aufnehmen. Vorbearbeitete Teile können später gezielt entnommen und auf der gleichen oder der anderen Maschine endgefertigt werden. Fast versandbereit können die Fertigteile dem Regal entnommen werden.

Um eine circa 48 h dauernde mannlose Bearbeitung von maximal vier unterschiedlichen Materialien noch einfacher zu machen, bietet Auto-Cell auch ein spezielles Spankarussell an, das an die Fertigungszelle angekoppelt werden kann. Über die Maschinensteuerung und den jeweiligen Auftrag erkennt das Karussell die Art des Werkstückes und der korrekte Spancontainer wird automatisch in Position gefahren um die Späne auch sortenrein zu trennen (Bild 3).

Fertigungszelle bietet Chance zur Standortsicherung

Die Entscheider bei Lidu sind nach den ersten Erfahrungen mit der Auto-Cell 24/7 davon überzeugt, dass die Anlage eine Antwort auf den globalen Wettbewerbsdruck sein kann: Lohnfertiger können flexibler und schneller produzieren und durch kürzere Durchlaufzeiten ihre Stückkosten auch bei Kleinserien gering halten. Eine Chance, die sich für den Einsatzstandort positiv auswirkt. So können mehr Arbeitsplätze entstehen, weil ein breiteres Teilespektrum wirtschaflicher gefertigt werden kann. Es könnte sein, dass den asiatischen Preisen so Paroli geboten werden kann und manches Produkt statt in China wieder in Dülmen entsteht.

* Jan van der Linden ist Geschäftsführer der Auto-Cell B.V. in Almelo (Niederlande)

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