Konstruktionselemente Rohre einfach verbinden

Redakteur: Güney Dr.S.

Die alternative Rohrverbindung zum Schweißen und Löten. Für Rohrverbindungen mit geringen Festigkeitsanforderungen gibt es Alternativen zum aufwändigen Schweißen oder Löten. Das Easie-Stecksystem...

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Die alternative Rohrverbindung zum Schweißen und LötenFür Rohrverbindungen mit geringen Festigkeitsanforderungen gibt es Alternativen zum aufwändigen Schweißen oder Löten. Das Easie-Stecksystem des Treppenbauers Saage ist eine schnelle, optisch kaum auffallende Verbindungsmethode für Rohrkonstruktionen.Rohre dienen entweder als Leitungen für Fluide oder übernehmen Stützfunktionen im weitesten Sinne. In beiden Fällen stellt die Verbindungstechnik ein zentrales Thema dar, denn die Problemstellen von Rohrkonstruktionen finden sich stets dort, wo Rohr auf Rohr oder Rohr auf Wandung trifft. Für den Bereich Stützkonstruktionen bietet die Saage Treppenbau GmbH & Co. KG in Nettetal-Leuth, ein spezielles Verbindungssystem namens Easie an. „Im Treppenbau ist es häufig notwendig, Handläufe miteinander zu verbinden, die aus Transportgründen in Segmenten geliefert werden. Aus dieser Forderung entstand die Idee das Easie-System zu entwickeln. Neben dem ursprünglichen Anwendungsfall Treppengeländer und Laufstege gibt es noch eine Reihe weiterer, verwandter Verwendungsmöglichkeiten, beispielsweise Regalsysteme, der Messebau und Deko-Bereich. Im Prinzip eignen sich alle Anwendungen mit geringen Festigkeitsanforderungen, wo man auf eine optisch unauffällige Verbindungslösung zurückgreifen möchte und wo Schweiß- oder Lötverbindungen einen zu hohen Zeit- und Personalaufwand bedeuten würden. Zu denken ist auch an verzinkte Rohre, bei denen das Einbringen von Schweißwärme ein Problem darstellt, das vermieden werden muss. Außerdem sind Schweißstellen in der Regel zu verputzen; bei einer Klemm-/Steckverbindung erübrigt sich diese Nacharbeit.Das Prinzip des Systems von Saage ist, wie sein Name nahe legen soll, im Vergleich zu anderen Verbindungsarten „einfach“: Eine Rohrverbindung besteht aus einem oder zwei Klemmkörpern, die jeweils in die zu verbindenden Rohrenden gesteckt werden. Im Zentrum der Klemmkörper befindet sich eine Spannschraube der Größe M8. Zieht man die Schraube fest, so verkrallen sich die Klemmkörper mit der Rohrinnenwand. Verantwortlich dafür sind sechs gleichmäßig verteilte Klemmbleche mit Verzahnung, die in den Nuten einer Kegelmutter mit Elastomer gelagert sind. Zieht man die Kegelmutter mit Hilfe der Spannschraube gegen das Gummielement, werden die gehärteten Klemmbleche in die Rohrwand gedrückt. Die Zähne der Klemmbleche schneiden sich ein, so dass eine formschlüssige Verbindung entsteht ähnlich wie bei einer Schneidringverschraubung. Die Festigkeit der Verbindung liegt in der Größenordnung der verwendeten M8-Spannschraube. Zugversuche, haben ergeben, dass zuerst die Schraube abreißt, bevor die Klemmverbindung nachgibt.Zwei Versionen um Rohre miteinander zu verbindenDer Hersteller hat zwei Varianten dieser Verbinder im Angebot, Easie I und II. Die flexiblere Variante ist Typ II. Bei dieser Ausführung besteht der Klemmkörper aus zwei Teilen, Muffe und Bolzen. Zur Montage genügt ein Innensechskantschlüssel. Muffe und Bolzen werden getrennt vormontiert. Die Rohrteile können dann bei Bedarf zusammengesteckt werden, ein Gewindestift sichert die Verbindung. Diese Steckverbindung kann beliebig oft wieder gelöst und zusammengefügt werden. Typ I hingegen ist nur einteilig, die Rohrverbindung wird ohne jeglich Vormontage mittels Spezialschlüssel hergestellt. Ein Lösen der Verbindung empfiehlt sich nicht, weil dann die Verzahnung im Rohrinnern getrennt werden müsste.Ein weiterer Vorteil von Typ II ist sein umlaufender Bund. Dieser Bund deckt die Rohrenden vollständig ab. Schräge Rohrabschnitte bleiben daher unsichtbar, der Aufwand für die Vorbereitung der Verbindung wird auf ein Minimum reduziert. Grate zum Beispiel, die beim Absägen der Rohre entstehen, müssen nicht entfernt werden. Daneben kann die Bundvariante höhere Scherspannungen aufnehmen als Typ I. Was die Festigkeit anbelangt, so sind Verbindungen dieser Art am empfindlichsten gegenüber Biegespannungen. Beim Aufbau von Rohrkonstruktionen müssen gegebenenfalls genügend Streben vorgesehen werden, welche verhindern, dass die Klemm-/Steckverbinder auf Biegung beansprucht werden. Der Anbieter Saage weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses System nicht für hochbelastete Anwendungsfälle konzipiert wurde; Schweißverbindungen können zum Beispiel nur in den Fällen ersetzt werden, wo dies festigkeitsmäßig unbedenklich ist. Es gibt von Saage keinen Verwendungskatalog für die Rohrverbinder, da die Einsatzfälle zumeist sehr individuell sind. Doch nimmt das Unternehmen nach eigener Aussage gerne Stellung hinsichtlich der Verwendbarkeit bei unsicheren Anwendungsfällen.Auch nichtfluchtende Rohre sicher miteinander verbindenDie Montagemöglichkeiten des Easie-Systems beschränken sich indessen nicht auf Rohr-Rohr-Verbindungen. Für die Befestigung von Rohren an Wandungen gibt es Ausführungen mit Ronden zum Anflanschen. Auch T-Verbindungen sind möglich. Mit Hilfe eines Gelenkstückes können außerdem nichtfluchtende Rohre verbunden werden. Der Hersteller hat dafür Ansatzstücke mit drehbarer Halbkugel entwickelt. Diese Halbkugeln sind so angebracht, dass ihre Schnittebene im Winkel von 45° zur Rohrachse verläuft. Werden zwei dieser Halbkugel-Winkelstücke zusammengesteckt, entsteht eine Vollkugel. Durch Verdrehen der Halbkugeln kann ein Winkelbereich von 90 bis 180° - bezogen auf die beiden Rohrachsen - eingestellt werden.Erhältlich sind die Easie-Verbinder für Rohre der Nennweiten 33,7, 42,4 und 48,3 mm. Es können Rohre aus Stahl, CrNi-Stahl, Buntmetall oder Aluminium verbunden werden, auch die Kombination Metall-Holz ist mit Hilfe spezieller Holz-Verbindungstücke kein Problem.

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