Hightech im Weltraum Rosetta-Mission glückt dank Schweizer Antriebstechnik
Die Europäische Raumfahrbehörde ESA hat ein kleines Labor auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko gelandet. An Bord sind zehn Messinstrumente, die wichtige Daten zur Entstehung des Lebens liefern sollen. Zum Einsatz kommen auch zwei DC-Motoren des Antriebsspezialisten Maxon Motor, wie das Unternehmen im schweizerischen Sachseln mitteilt.
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Die europäische Raumsonde Rosetta hat den Lander Philae auf dem 4 km großen Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko – kurz Tschury, abgesetzt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt erhalten Wissenschaftler umfangreiche Daten von der Oberfläche eines Kometen, wie es in der Mitteilung heißt. Dazu sei der 100 kg schwere Philae mit zehn Messinstrumenten ausgestattet worden.
Maxon Motor hat nach eigenen Angaben zwei seiner DC-Motoren an Bord, die jeweils einen Durchmesser von 13 mm haben und zusammen das APXS-Messgerät zu Boden lassen werden. Dabei handle es sich um ein Alpharöntgenspektrometer, mit dem die chemische Zusammensetzung von Tschury erfasst werde, was wiederum Aufschluss gebe über das Vorkommen wichtiger Elemente wie Kohlenstoff und Sauerstoff. Entwickelt worden sei die Vorrichtung von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Gleichstrommotoren von Maxon waren über zehn Jahre im Vakuum
Die einzelnen Messinstrumente würden nun nacheinander automatisch angesteuert. Nach eineinhalb Tagen seien die präzisen Mikromotoren an der Reihe, die das APXS-Gerät von der Unterseite des Landers zum Boden des Kometen herunterlassen. Dann werde sich zeigen, ob die Antriebe die mehr als zehnjährige Reise unbeschadet überstanden haben. Nie zuvor seien Gleichstrommotoren über diese Dauer dem Vakuum ausgesetzt worden. Ein erster Bewegungstest sei aber bereits erfolgreich verlaufen.
Das Rosetta-Projekt wird voraussichtlich bis Ende 2015 dauern, wenn Tschury in den äußeren Bereich des Sonnensystems zurückkehrt, wie es in der Mitteilung heißt. Bis dahin wollten Forscher möglichst viele Daten vom Kern des Kometen und von seinem Schweif sammeln. Diese sollen die Frage beantworten, ob Kometen einst Wasser oder gar Leben auf die Erde gebracht haben.
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