Negative Auswirkungen Zollgerangel drückt deutschen Maschinenexport spürbar nach unten

Quelle: VDMA 3 min Lesedauer

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Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau steht unter Druck, so der VDMA. Im ersten Halbjahr 2025 wurden Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro exportiert. Zu 2024 sei das ein Minus von 3,4 Prozent.

Unternehmen brauchen Planungssicherheit für Investitionen! „Das ist wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu erhalten und Marktanteile zu sichern“, kommentiert Dr. Johannes Gernandt vom VDMA mit Blick auf die schrumpfenden Exporte aus Deutschland. (Bild:  VDMA / S. Kastner Fotografie)
Unternehmen brauchen Planungssicherheit für Investitionen! „Das ist wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu erhalten und Marktanteile zu sichern“, kommentiert Dr. Johannes Gernandt vom VDMA mit Blick auf die schrumpfenden Exporte aus Deutschland.
(Bild: VDMA / S. Kastner Fotografie)

Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer exportieren aufgrund von handelspolitischen Problemen deutlich weniger als noch vor einem Jahr, registriert der VDMA. Preisbereinigt betrug das Minus im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 demnach 4,9 Prozent. Im zweiten Quartal sanken die Exporte um weitere 4,1 Prozent. Nach einem deutlichen Rückgang der Ausfuhren im April (um 8,5 Prozent) stabilisierten sich die Exporte im Mai leicht (minus ein Prozent). Im Juni setzte sich der Abwärtstrend jedoch fort und das Exportvolumen schrumpfte um 4,2 Prozent. Das gelte als ein klares Zeichen für die negativen Auswirkungen des anhaltenden Zollkonflikts mit den USA. Dr. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA, kommentiert: „Zollschranken und mehr Protektionismus belasten den exportstarken Maschinenbau in Deutschland erheblich. Wir Europäer müssen uns mit Nachdruck für offene Märkte und verlässliche Regeln im Welthandel einsetzen, denn diese sind das Fundament für weltweiten Wohlstand!“

Weltweit registriert man Verunsicherung bei exportierenden Ländern

Das zweite Quartal war also stark geprägt vom Zollkonflikt mit den USA, wenn es um Rückschläge im Maschinenexport geht. Wiederholte Zollandrohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sowie die Unsicherheit über das endgültige Ergebnis belasteten den deutschen Maschinenbau sehr. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten im zweiten Quartal deshalb um 9,5 Prozent zurück. Gleichzeitig sahen sich weltweit viele andere Handelspartner mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Sie reagierten ebenfalls mit Verunsicherung Gernandt: „Aufgrund neuer Zollandrohungen und anhaltender Unsicherheiten rund um das Ende Juli ausgehandelte Zollabkommen dürften die Auswirkungen dieses Konflikts auch im dritten Quartal noch zu spüren sein.“ Aber nicht nur die Exporte in die USA gingen deutlich zurück ...

Spürbares Exportplus in bisher weniger fokussierte Regionen

Auch die Entwicklung auf anderen wichtigen Absatzmärkten verlief für Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer eher enttäuschend, wie es weiter heißt. Denn im ersten Halbjahr sanken auch die Ausfuhren nach China (um 9,3 Prozent). Und die nach Frankreich verringerten sich ähnlich (minus 9,5 Prozent). Lichtblicke sehen die Analysten immerhin durch Italien und Spanien, weil die Exporte um 1,4 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent zulegten. Die Exporte aus Deutschland in die europäischen Staaten insgesamt gingen aber um 3,7 Prozent zurück. „Allerdings lässt der Anstieg der Auftragseingänge der vergangenen Monate aus den Euro-Partnerländern auf eine positive Entwicklung der Exporte in dieser wichtigen Absatzregion hoffen“, merkt der VDMA-Chefvolkswirt dazu an. Positive Impulse kamen – gemessen am Exportvolumen – von weniger bedeutenden Handelspartnern. Die Ausfuhren in die Mercosur-Staaten – also etwa Brasilien, Venezuela, Argentinien und Bolivien – stiegen im ersten Halbjahr um 12,3 Prozent. Die Exporte in den Nahen und Mittleren Osten erhöhten sich um 9,4 Prozent. „Diese Trends zeigen die Bestrebung von Unternehmen, zunehmend auf diversifizierte Marktstrategien zu setzen, um sich unabhängiger von einzelnen Absatzmärkten zu machen”, erklärt Gernandt.

Die Stimmung im deutschen Maschinenbau bleibt eher gedämpft

Die überwiegende Mehrheit der Fachzweige im Maschinen- und Anlagenbau hat im ersten Halbjahr – entsprechend der allgemeinen Stimmung – rückläufige Ausfuhren verkraften müssen. Der Bereich Baumaschinen und Baustoffanlagen sowie der Sektor Fördertechnik wiesen Rückgänge von 12,9 Prozent respektive 10,3 Prozent auf, wie man erfährt. Die Antriebstechnik habe sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert (minus 4,9 Prozent), während sich die Landtechnik (minus 5,2 Prozent) und die Allgemeine Lufttechnik (minus 3,8 Prozent) zuletzt zwar etwas erholt haben, die Exporte aber im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres immer noch zu wünschen übrig ließen. Ein Fachzweig mit deutlich positiver Entwicklung der Ausfuhren heißt Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen (plus 6,3 Prozent). Andere Felder, wie die Armaturen (plus 0,3 Prozent), die Flüssigkeitspumpen (plus 0,7 Prozent) und die Verfahrenstechnischen Maschinen und Apparate (plus 0,8 Prozent), konnten leicht wachsen. Die ökonomische und politische Unsicherheit hat in den vergangenen Jahren also tendenziell zugenommen. Der Zollkonflikts mit den USA verschlimmert alles nur noch. Die große Unsicherheit schaffe momentan folglich ein Umfeld, in dem man nur schwer den richtigen Kurs finden könne. „Die Unternehmen brauchen aber Planungssicherheit, insbesondere für Investitionsentscheidungen. Das ist essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen und deutschen Standorts zu erhalten und Marktanteile zu sichern“, schließt Gernandt mit Blick auf die politischen Entscheider in Deutschland und Europa.

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