Behringer Sägenhersteller baut neue Gießerei
Der Sägenhersteller Behringer GmbH hat mit einem symbolischen Spatenstich den Startschuss für den Bau einer neuen Gießerei gegeben. „Im Sommer 2009 planen wir, den ersten Abguss machen zu können“, sagt Geschäftsführer Christian Behringer. Das 1919 gegründete Unternehmen unterhält bereits seit den 1950er Jahren eine Gießerei, die jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen ist.
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Einen zweistelligen Millionenbetrag wird das Unternehmen nach eigener Mitteilung an seinem Standort in Kirchardt in den Neubau der Gießerei investieren. Mit dieser Investition will der Sägenhersteller die bestehende Gießerei in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit und Kapazität erweitern und den geänderten Marktanforderungen gerecht werden. „Mit diesem Schritt möchten wir insbesondere die Arbeitsplätze am Standort sichern“, erläutert der Geschäftsführer. Auf mehr als 6000 m2 Produktionsfläche sollen kleine und mittlere Losgrößen bis zu einem Stückgewicht von 4000 kg gefertigt werden, kündigte Behringer an. Mit dem Neubau der Produktionshalle werde auch ein neues Sozialgebäude mit Büros errichtet.
Mit eigener Gießerei nie in die Outsourcing-Falle
Für die Geschäftsleitung der Behringer GmbH bedeutet der Neubau nach eigenen Angaben ein Signal, in einen Unternehmensbereich zu investieren, dem noch vor wenigen Jahren das wirtschaftliche Überleben nicht zugetraut wurde. „Für Behringer war es nie ein Thema, auf die Gießerei zu verzichten“, sagt Geschäftsführer Rolf Behringer. Denn Flexibilität zahle sich aus im modernen Maschinenbau.
Eine Vielzahl anderer Maschinenbau-Unternehmen in der Umgebung beziehe seit Jahren Gussteile aus Kirchardt, erklärt er. Insgesamt mache der Kundenguss bereits mehr als 80% der Gesamtproduktion an Gussteilen aus. „Unsere Kunden schätzen die Nähe, Flexibilität und nicht zuletzt die Qualität der Behringer Gusskomponenten“, erläutert Gießereileiter Dieter Karasek.
Fachleute für die eigene Gießerei selbst ausbilden
Die neue Gießerei soll auch in Sachen Ausbildung am Standort Kirchardt eine wichtige Rolle spielen, denn die Behringer GmbH zähle zu den größten Arbeitgebern vor Ort und stelle zahlreiche Ausbildungsplätze zur Verfügung. Darunter sei der Beruf des Gießereimechanikers, der in der Region nur noch selten ausgebildet wird, aber sehr gefragt ist.
Vom Neubau profitieren soll außerdem das gesamte Gewerbegebiet am Haftenwald, denn aus der einstigen Sackgasse wird eine Durchgangsstraße mit Anbindung an die B39 Richtung Fürfeld. Schon in wenigen Wochen soll die neue Straße für den Verkehr freigegeben werden. „Gewünscht wurde dies ja schon lange; bislang aber war nicht klar, wer sich in dem erweiterten Gewerbegebiet ansiedeln würde“, sagt laut Mitteilung Kirchardts Bürgermeister Rudi Kübler, der neben dem Gewerbebau-Unternehmen Zapf aus Sinsheim ebenfalls zum Spatenstich gekommen war.
Dass neben der Behringer-Gießerei ein weiterer Investor auf dem Gelände die Produktion aufnimmt, habe die Entscheidungsfindung im Gemeinderat erheblich beschleunigt. „Auf diese Weise konnten wir die Gesamterschließung des Geländes in einem Zuge realisieren“, erklärte Kübler die Kostenvorteile für die Stadt.
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