Ist die dick, Mann!

Sandvik hat die größte Bohrstange der Welt entwickelt

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Weitere Herausforderungen in Sachen Bohrstangenriesin

Die Bohrstange besteht aus Stahl und enthält ein Bauteil aus Schwermetall, das als Dämpfer bezeichnet wird, wie die Spezialisten erklären. Ein solcher Dämpfer ist eine Vorrichtung zur Reduzierung oder Absorption von Schwingungen, die selten in Maschinen oder Anlagen zu finden ist und in spezielle Gummiringe eingespannt wird. Ein weiteres wichtiges Merkmal der Bohrstange ist der Coromant-Capto-Werkzeughalter, der an der Stirnseite der Bohrstange montiert ist und die für die Bearbeitung des Werkstücks erforderlichen Wendeschneidplatten aufnimmt. Coromant-Capto wurde entwickelt, wie es heißt, um Rüst- und Werkzeugwechsel-Zeiten zu verkürzen, die Maschinenauslastung deutlich zu erhöhen und eine stabile und zuverlässige Bearbeitung zu unterstützen. Der Werkzeughalter habe sich vor allem bei Multi-Task-Maschinen bewährt. Er ermögliche außerdem die Montage von Werkzeugen mit unterschiedlichen Längen und Konstruktionsmerkmalen, was unabhängig von der Maschinenschnittstelle gilt. Der Halter erfüllt auch die Anforderungen von Rautpohjan Konepaja Oy an eine Bohrstange, die für diverse Maschinenkonfigurationen eingesetzt werden kann.

Auch bei diesem Riesenbohrsystem geht nichts ohne Tests ...

Vor Ort führten die Sandvik-Spezialisten dann auch umfangreiche Frequenzmessungen durch, um die Wirksamkeit des in die Bohrstange integrierten Dämpfungsadapters zu beurteilen. Die Bohrstange wurde dazu in eine große CNC-Drehmaschine eingebaut und mehrfach in den Zerspanungsprozessen Schruppen, Schlichten und Profildrehen getestet, was mit jeweils unterschiedlichen Schnittdaten geschah. Das Werkzeug wurde dabei mit einer maximal zulässigen Auskraglänge des 10-fachen Durchmessers (10 × D) betrieben. Das wird empfohlen, um die Vibrationen zu minimieren und die bestmögliche Stabilität und Genauigkeit zu erzielen. Die sogenannten „Silent Tools“-Bohrstangen von Sandvik Coromant, die ihren Namen aufgrund der minimalen Vibrationen tragen, werden in der Regel bei großen Auskraglängen eingesetzt, bei denen eine starre Einspannung sehr wichtig ist. Zylindrische Bohrstangen sollten auch immer in geteilten Spannaufnahmen mit einer Einspannlänge von mindestens dem Vierfachen des Stangendurchmessers gespannt werden.

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Die Ergebnisse des Bohrstangentests beim Kunden

Die Schnittdaten basierten auf anfänglichen Empfehlungen, die von der Plattform Coroplus Tool Guide generiert und während der Tests modifiziert wurden. Für das Schruppen wurde die Bohrstange mit einer Schnittgeschwindigkeit (vc) von 100 Metern pro Minute und einem Vorschub (fn) von 0,4 Millimetern pro Umdrehung betrieben. Die Belastung der Bohrstange hängt dabei hauptsächlich von der Schnitttiefe (ap), dem Vorschub (fn) und dem Material ab, aus dem das Werkstück besteht. Deshalb ist es wichtig, dass beide Parameter ausreichend sind, um Vibrationen während der Bearbeitung zu vermeiden. Bei zu großen Werten beider kann es eben zu Vibrationen aufgrund der Werkzeugauslenkung kommen.

Zu Testzwecken wurde deshalb der ap-Wert angepasst. Die Bohrstange zeigte bei einer Schnitttiefe von 5,6 Millimetern Vibrationen und bei 4,5 Millimetern eine eingeschränkte Leistung, schließlich wurde 3,5 Millimeter als empfehlenswerte Schnitttiefe ermittelt. Beim Schlichten und auch beim Profildrehen wurde die Stange mit einer Schnittgeschwindigkeit vc von 110 Millimetern pro Minute und einer Schnitttiefe von 0,5 Millimetern gefahren. Der Vorschub wurde angepasst, wobei sich 0,25 Millimeter pro Umdrehung als optimaler Wert herausstellte, was zu einem durchschnittlichen Rauheitswert (Ra) von 3,4 führte.

Diese Ergebnisse überzeugten Konepaja Häkkinen Oy. Schließlich können mit der Bohrstangengigantin in Zukunft verschiedene große Komponenten bearbeitet werden, die in diversen Branchen einsetzbar sind. Und ŠMT ist von den Ergebnissen so beeindruckt, dass man die Investition in weitere, wenn auch etwas kleinere Bohrstangen von Sandvik Coromant plant, um etwas kleinerer Komponenten zu bearbeiten.

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