Doppelschlag Schaeffler schließt Steinhagen und streicht Jobs in Schweinfurt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Vorstand von Schaeffler wird die Produktion in Steinhagen einstellen, um sie in Schweinfurt zu installieren. Gleichzeitig werden dort aber 590 Stellen abgebaut.

Die rigorosen Umstrukturierungsmaßnahmen beim Zulieferkonzern Schaeffler werden konkreter! Lesen Sie hier, was mit den Standorten Steinhagen und Schweinfurt geschehen wird ...(Bild:  Schaeffler)
Die rigorosen Umstrukturierungsmaßnahmen beim Zulieferkonzern Schaeffler werden konkreter! Lesen Sie hier, was mit den Standorten Steinhagen und Schweinfurt geschehen wird ...
(Bild: Schaeffler)

Der Zulieferer aus dem fränkischen Herzogenaurach hatte im vergangenen November starke Personaleinschnitte angekündigt. Nun wird es konkret! Der Vorstand der Schaeffler AG hat jetzt entschieden, die Produktion am Standort Steinhagen bis Ende 2026 einzustellen und das Werk zu schließen, hat die dpa erfahren. Das Produktportfolio wird am Stammsitz der Sparte Bearings & Industrial Solutions (B&IS) nach Schweinfurt verlagert. In Steinhagen fertigen rund 200 Mitarbeiter hauptsächlich Gelenklager für die Industriesektoren Antriebstechnik sowie Land- und Baumaschinen. Die Umsatzentwicklung am Standort sei aber seit Jahren negativ – bei nun steigenden Fixkosten. Gleichzeitig erschwere ein langfristig negativer Volumentrend infolge der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sowie wegen des Preisdrucks am Markt das Problem.

Rettungsversuche blieben leider ohne Erfolg

Leider musste man auch hinnehmen, dass die teilweise bereits begonnenen, sowie die weiteren im Rahmen des Zukunftskonzepts identifizierten potenziellen Maßnahmen unter den gegebenen Umständen nicht ausreichten, um in Steinhagen die Produktion wirtschaftlich tragfähig zu halten. Dazu gehörten etwa der Versuch, neue Aufträge zu gewinnen sowie Preisnachverhandlungen mit Zulieferern, plus ein verschlanktes Standortmanagement oder auch die Vermietung freier Gebäude. Doch es half alles offensichtlich nichts. Für die rund 200 von der Schließung betroffenen Mitarbeiter werden im Rahmen der nun folgenden Gespräche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretern die nächsten Schritte festgelegt. Rund 20 Personen aus der Produktgruppe Gleit- und Gelenklager und dem Produktmanagement sollen in anderen Räumlichkeiten in Steinhagen verbleiben, heißt es bereits. Es sei geplant, alle Maßnahmen im engen Dialog möglichst sozialverträglich umzusetzen. Details will Schaeffler erst nach Abschluss der Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung kommunizieren.

So geht es mit dem Schaeffler-Standort Schweinfurt weiter

Schaeffler hat nun auch seine Pläne für den Abbau von Arbeitsplätzen in Schweinfurt konkretisiert. Denn dort haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf ein Maßnahmenpaket verständigt, durch das die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gestärkt werden soll. Die im Juli 2025 unterzeichneten Vereinbarungen sehen aber auch den Abbau von rund 590 Stellen vor – vor allem in der Verwaltung und in den sogenannten indirekten Bereichen. Das wären etwa 11 Prozent der derzeitigen Belegschaft in der Stadt am Main. Schaeffler kündigte allerdings insgesamt den Abbau von 4.700 Arbeitsplätzen in Europa an – davon 2.800 in Deutschland. Das entspreche rund 3,1 Prozent des gesamten Personalbestandes. Allerdings würden auch einige Stellen innerhalb Europas oder ins nicht europäische Ausland verlagert, sodass von einem Nettoabbau im Volumen von 3.700 Stellen gesprochen werden könne.

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