Wie Schaeffler auf seiner Jahrespressekonferenz mitteilte, konnte der Umsatz 2022 um 9,4 Prozent gesteigert werden. Vor allem die Industriesparte konnte ein hohes Wachstum erzielen, das besonders auf den Bereich Industrial Automation zurückzuführen ist.
Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, gab einen Überblick über das Geschäftsjahr 2022 und die drei Sparten des Unternehmens.
(Bild: Daniel Karmann)
Im Geschäftsjahr 2022 lag der Umsatz der Schaeffler Gruppe bei 15,8 Milliarden Euro – knapp 2 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Damit stiegt der Umsatz währungsbereinigt um 9,4 Prozent und übertraf die Prognose, die bei 6 bis 8 Prozent lag. Zum Umsatzwachstum trugen alle Sparten bei, da gestiegene Beschaffungskosten zunehmend in den Markt weitergegeben werden konnten: Automotive Technologies mit 7,7 Prozent, Automotive Aftermarket mit 7,0 Prozent und Industrial gar mit 14,7 Prozent.
Die Schaeffler Gruppe erzielte 2022 ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) in Höhe von 974 Millionen Euro (Vorjahr: 1.220 Millionen Euro). Das EBIT vor Sondereffekten lag bei 1.046 Millionen Euro (Vorjahr: 1.222 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 6,6 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent). Für den Rückgang waren vor allem gestiegene Material- und Energiepreise, Verwerfungen in den globalen Lieferketten sowie markt- und umfeldbedingte Ineffizienzen verantwortlich. Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum 557 Millionen Euro nach 756 Millionen Euro im Vorjahr. Auf dieser Basis schlagen der Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende in Höhe von 45 Cent je Vorzugsaktie vor.
Sparte Industrial durch Zukäufe gestärkt
Der Umsatz in der Sparte Industrial stieg im Jahr 2022 auf 4.271 Millionen Euro (Vorjahr: 3.568 Millionen Euro). Haupttreiber waren die Volumenanstiege in der Region Europa und global im Handelsgeschäft (Industrial Distribution) sowie beim Sektorcluster Industrial Automation. Insgesamt verzeichnete die Sparte in den Sektorclustern Wind und Industrial Automation die größten Umsätze.
In der Region Europa stieg der Umsatz währungsbereinigt um 20,4 Prozent – auch hier vor allem wegen des Volumenwachstums im Handelsgeschäft (Industrial Distribution) und im Sektorcluster Industrial Automation. Das Wachstum in der Region Americas lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei währungsbereinigt 11,6 Prozent, während das Umsatzplus in der Region Greater China bei währungsbereinigt 8,8 Prozent über dem Vorjahr lag. In der Region Asien/Pazifik stieg der Umsatz um währungsbereinigt 13,2 Prozent. Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 18,3 Prozent auf 499 Millionen Euro. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten belief sich auf 11,7 Prozent.
Claus Bauer, Vorstand Finanzen und IT der Schaeffler AG, präsentierte die Umsatzzahlen des Geschäftsjahres 2022.
(Bild: Daniel Karmann)
Zudem hat man 2022 die Sparte Industrial durch gezielte Akquisitionen vor allem im Sektorcluster Industrial Automation weiter verstärkt: Mit der Übernahme der Melior Motion GmbH (seit 1. Dezember 2022 Schaeffler Ultra Precision Drives GmbH) wird das Portfolio und die Marktstellung im wachstumsstarken Robotikbereich weiter ausgebaut. Darüber hinaus konnte das Lineargeschäft durch den Erwerb der Ewellix-Gruppe gestärkt werden. Mit Closing am 1. Dezember 2022 hat die Schaeffler-Gruppe außerdem 100 Prozent der Anteile an Ceraspin erworben und erweiterte damit das Technologieportfolio im Bereich hochwertiger Keramikkomponenten.
Automotive Technologies wächst am stärksten in Asien
Die Sparte Automotive Technologies erzielte einen Umsatz in Höhe von 9.500 Millionen Euro (Vorjahr: 8.436 Millionen Euro), das vorrangig aus einem Volumenanstieg aufgrund einer höheren Nachfrage entstand.
In den Unternehmensbereichen E-Mobilität und Fahrwerksysteme, die aufgrund ihrer spezifischen Markttrends im gesamten Berichtszeitraum besonders deutlich gewachsen waren, trugen zusätzlich zum marktbedingten Volumenanstieg auch Produkthochläufe zu den Wachstumsraten bei.
Die Region Europa verzeichnete einen Umsatzanstieg um währungsbereinigt 11,8 Prozent und wuchs absolut am stärksten. In den Regionen Americas und Asien/Pazifik stiegen die Umsätze währungsbereinigt um 14,1 Prozent und 4,5 Prozent, in der Region Greater China war ein Rückgang um währungsbereinigt 1,4 Prozent zu verbuchen. Das Auftragseingangsvolumen im Unternehmensbereich E-Mobilität stieg auf 5,0 Milliarden Euro. Insgesamt konnten Aufträge in Höhe von 12,3 Milliarden Euro gewonnen werden.
Automotive Aftermarket steigert Umsatz auf über 2 Mrd. Euro
Die Sparte Automotive Aftermarket konnte im Geschäftsjahr 2022 den Umsatz von 1.848 (2021) auf 2.038 Millionen Euro steigern. Die deutlich gestiegenen Beschaffungskosten konnten in wesentlichem Umfang über Verkaufspreisanpassungen in den Markt weitergegeben werden.
Das EBIT vor Sondereffekten lag mit 255 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang der EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 13,9 Prozent) war insbesondere auf höhere Vertriebskosten zurückzuführen, auch bedingt durch positive Einmaleffekte im Vorjahr. Die Verkaufspreisanpassungen kompensierten größtenteils die deutlich gestiegenen Beschaffungskosten, sodass eine Bruttomarge auf Vorjahresniveau erreicht werden konnte.
Stand: 08.12.2025
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Vorsichtiger Ausblick für das Geschäftsjahr 2023
Für das Geschäftsjahr 2023 rechnet die Schaeffler Gruppe mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum um 5 bis 8 Prozent. Zugleich geht das Unternehmen davon aus, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 5,5 bis 7,5 Prozent zu erzielen. Hierbei sind im Vergleich zum Vorjahr insbesondere höhere Lohnsteigerungen sowie Energiekosten, die sich auf alle Sparten auswirken, berücksichtigt.
„Die Schaeffler Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 in einem herausfordernden Umfeld erneut Resilienz bewiesen und ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Alle Sparten und alle Regionen sind gewachsen, wobei insbesondere der starke Beitrag der Sparte Industrial hervorzuheben ist“, sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG.„Die Transformation der Sparte Automotive Technologies wird entschieden vorangetrieben. Der Automotive Aftermarket profitiert von den aktuellen Marktbedingungen. Bei unserer Industriesparte haben wir unser deutliches globales organisches Wachstum durch Akquisitionen ergänzt. Nachhaltigkeit und Digitalisierung bleiben für die Schaeffler Gruppe von zentraler strategischer Bedeutung.“
Prognose
Schaeffler-Gruppe
Automotive
Automotive Aftermarket
Industrial
Umsatzwachstum
5 bis 8 %
moderates Wachstum; 2 bis 5 % über LVP-Wachstum
5 bis 7 %
9 bis 11 %
EBIT-Marge
5,5 bis 7,5 %
2 bis 4 %
12 bis 14 %
11 bis 13
Free Cash Flow
250 bis 350 Mio. Euro
Aktuelle Markteinschätzungen für das Geschäftsjahr 2023