Raumlüftung neu gedacht

Schuldig! Virus & Co droht jetzt der „elektrische Stuhl“!

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Erste Testreihen beweisen die gewünschte Funktion

Noch, heißt es, führen die Teams ihre Tests mit ungefährlichen Substanzen durch. „Für die Tests nutzen wir aus Sicherheitsgründen keine Corona-Viren, sondern repräsentative Surrogate, die sehr ähnliche Eigenschaften haben“, erläutert Dr. Katharina Schwarz, Abteilungsleiterin am Fraunhofer ITEM. Am IKTS wiederum wurden, um den Aufbau zu überprüfen, die biologischen Testsubstanzen direkt in die Salzlösung gebracht. Dann wurde sowohl die Zersetzung der Testsubstanz an den Elektroden analysiert als auch die Konzentration an Testsubstanz in der ausgeleiteten, sauberen Luft gemessen. Das Ergebnis beweist, dass die Vorgänge bei der Elektrolyse – also im Herzstück des Systems – funktionieren, wie gewünscht.

In einem weiteren Schritt wollen die Forscher Aerosole mit Viren mixen und diese über Pumpen in die Salzlösung einleiten. Auch dabei greifen die Forscher zunächst zu ungefährlicheren Surrogatviren. „Meines Wissens gibt es in ganz Europa derzeit keine standardisierte Möglichkeit, um gefährliche Viren luftgetragen – also als Aerosol – für Untersuchungen zur Wirksamkeit von Luftreinigungs- und -desinfektionssystemen zu nutzen“, erläutert Schwarz zu dieser Vorgehensweise.

Auch die Virengefahr in der Tierhaltung könnte gebannt werden

Der im Projekt Coclean-up entwickelte Raumlüfter wird zum Projektende (schon im April 2021) als Demonstrator fertiggestellt. Dann dürfte es noch etwa eineinhalb Jahre dauern bis das System soweit ist, dass eine Markteinführung unter Beachtung der regulatorischen Anforderungen möglich wäre, heißt es weiter. Dann allerdings beseitige der elektrolytische Raumlüfter nicht nur Corona-Viren! Er könnte auch bei anderen Fragen der Raumluftverbesserung helfen, wenn es um Viren in der Tierhaltung geht, wie etwa die Auslöser der Schweine- und Geflügelpest. Weitere Möglichkeiten zur Beseitigung von luftgetragenen Schadstoffen werden derzeit am IKTS überprüft. „Es gibt nur wenige Möglichkeiten, die soviel Potenzial haben und solche Probleme derart lösen können, dass am Ende nur CO2 herauskommt“, betont Friedrich.

Das Atem-Aerosol unterscheidet sich je nach Emissionsart

Für ein anderes von der Fraunhofer-Gesellschaft gefördertes Projekt untersucht die Wissenschaftlerin außerdem an gesunden Probanden, wie sich die Zusammensetzung des ausgeatmeten Aerosols ändert. Denn je nachdem, ob die Testperson ruhig atmet, spricht, hustet oder singt, ändert sich diese, heißt es dazu. Anhand dieses Wissens plant Schwarz, unterschiedliche Aerosol-Sorten herzustellen, die dann mit Testviren beladen und in die Elektrolysezelle eingeleitet werden. „Dabei müssen wir unter anderem darauf achten, dass die Testviren vom künstlich hergestellten Aerosol nicht beschädigt oder zersetzt werden – es gilt hier also, einen guten Kompromiss zu finden“, merkt Schwarz an.

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