Elektromobilität Sechs deutsche Konzerne gründen Gemeinschaftsunternehmen für Elektromobilität

Redakteur: Stéphane Itasse

Sechs deutsche Großkonzerne haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um auf Basis einer industrieübergreifenden, offenen Datenplattform für die Vernetzung von Mobilitäts- und Fahrzeuganbietern bei der Ladeinfrastruktur den Komfort der Nutzung von Elektrofahrzeugen zu erhöhen. Dazu soll noch im ersten Halbjahr 2012 ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, wie die Robert Bosch GmbH in Stuttgart mitteilt.

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Die Konsortialpartner bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung (von links): Dr. Rainer Feurer (BMW), Dr. Siegfried Dais (Bosch), Prof. Thomas Weber (Mercedes-Benz), Dr. Dirk Erich Mausbeck (EnBW), Dr. Arndt Neuhaus (RWE) und Dr. Roland Busch (Siemens). (Bild: Bosch)
Die Konsortialpartner bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung (von links): Dr. Rainer Feurer (BMW), Dr. Siegfried Dais (Bosch), Prof. Thomas Weber (Mercedes-Benz), Dr. Dirk Erich Mausbeck (EnBW), Dr. Arndt Neuhaus (RWE) und Dr. Roland Busch (Siemens). (Bild: Bosch)

Mit dem Ziel, die Akzeptanz der Elektromobilität in Deutschland deutlich zu erhöhen, haben die BMW Group, Bosch und Daimler sowie EnBW, RWE und Siemens eine Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in Stuttgart unterzeichnet. Ziel sei, den Aufbau einer flächendeckenden, einfach zu nutzenden Ladeinfrastruktur durch eine übergreifende Vernetzung voranzutreiben und das Angebot ergänzender Dienstleistungen zu ermöglichen.

Angebote zur Elektromobilität sollen kompatibel werden

Fahrer von Elektrofahrzeugen sollen künftig überall schnell und einfach laden können, ohne sich Gedanken machen zu müssen, welcher Anbieter die jeweilige Ladestation betreibt, wie Bosch berichtet. Dazu gehörten auch eine einheitliche Authentifizierung an der Ladestation sowie eine transparente Abrechnung durch den individuellen Vertragspartner.

Gegenwärtig verfügen laut Mitteilung die meisten Marktteilnehmer, die öffentliches Laden anbieten, noch über eigene Authentifizierungs- und Abrechnungsmethoden, die untereinander nicht kompatibel sind. Mit ihrer Initiative wollen die sechs Unternehmen eine softwarebasierte, offene Plattform etablieren und so die Elektromobilität in Deutschland vorantreiben.

Neben der Unterstützung unterschiedlicher Abrechnungssysteme stelle die neue Plattform daher die Vernetzung von Zugangs-, Lade- und Serviceprozessen sowie die Erweiterung des Produktangebotes und der Dienstleistungen rund um die Elektromobilität in den Fokus. Technische „Insellösungen“ sollen dabei so weit wie möglich integriert werden.

Systemstandard für Datenaustausch bei Elektromobilität angestrebt

Die Entwicklung eines einheitlichen Systemstandards für den Datenaustausch bilde die Basis für ein normgerechtes Netzwerk, in dem die erforderlichen Daten für Energielieferanten, Fahrzeughersteller, Ladesäulenbetreiber und Anbieter von Mehrwertdiensten in anonymisierter Form zur Wahrung des Datenschutzes bereitgestellt werden könnten. Das Gemeinschaftsunternehmen soll diese Plattform aufbauen und die Einbindung einer großen Zahl weiterer Marktteilnehmer ermöglichen.

Dienstleistern aus unterschiedlichen Branchen bei der Elektromobilität und ihren Kunden soll die offene Plattform die Nutzung einer bundesweiten Infrastruktur zu marktfähigen Kosten ermöglichen. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, dass mit neuen nutzerorientierten Geschäftsmodellen auch eine schnelle Marktdurchdringung und eine höhere Akzeptanz der Elektromobilität erreicht werden kann.

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