Dampfmaschine
Seit 250 Jahren mit Volldampf voraus

Von Esther Niederhammer 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Dampfmaschinen 250 Jahre ist es her, dass James Watt das Patent für eine Dampfmaschine erhielt, die nicht nur funktionierte, sondern so effizient war, dass sie für industrielle Zwecke eingesetzt werden konnte.

Funktionstüchtige und effiziente Dampfmaschine von James Watt.(Bild:  ©Juulijs - stock.adobe.com)
Funktionstüchtige und effiziente Dampfmaschine von James Watt.
(Bild: ©Juulijs - stock.adobe.com)

Halsbrecherisch ging es 1906 auf der Rennstrecke von Daytona Beach zu. Als erster Mensch erreichte der US-Amerikaner Fred Marriot in einem Stanley Rocket Racer eine Geschwindigkeit von über 200 km/h – und das mit einer Dampfmaschine. Über 100 Jahre lang wurde dieser Rekord gehalten, bis ein Brite kam und die Welt wieder gerade rückte. Es schien eine Frage der Ehre zu sein, diesen Geschwindigkeitsrekord nach Großbritannien zu holen. Schließlich hatte der Siegeszug der Dampftechnik im Königreich Großbritannien begonnen: Der Schotte James Watt hat die Dampfmaschine zwar nicht erfunden, aber er entwickelte eine auf den englischen Erfinder Thomas Newcomen zurückgehende, ineffiziente Dampfmaschine technisch so weiter, dass sie leistungsfähiger und rentabel wurde. Für diese Veränderung erhielt Watt im Januar 1769, also vor 250 Jahren, ein Patent. Es bereitete den Boden für die maschinelle Fließbandproduktion, die Industrialisierung Europas und die Entwicklung der Dampflokomotiven, Dampfautomobile, Lokomobile und Dampfschiffe weltweit.

Die ersten Dampfmaschinen hatten mit den Gefährten der Rennstrecken wenig gemein. Sie zischten, spuckten, rauchten, verbreiteten einen ohrenbetäubenden Lärm und explodierten auch gerne einmal, weil die Materialien dem großen Druck im Kessel in den Anfangsjahren nicht standhielten. Dennoch arbeiteten zeitgleich mehrere Erfinder an einer Verbesserung der Dampfmaschine. Mit Muskel-, Wind- und Wasserkraft waren die Herausforderungen vor allem im Bergbau nicht mehr zu bewältigen. Je tiefer man die Stollen in die Erde trieb, desto mehr Wasser musste heraufgepumpt werden. Mit einer funktionierenden „Feuermaschine“ hoffte man, unabhängiger von Windmühlen und Wasserrädern zu werden und auch die Pferde ersetzen zu können, die bis zur Erschöpfung in 10-Stunden-Schichten zum Auspumpen der Stollen zum Einsatz kamen und häufig auch dort starben.