Fasertextilien Selbsttragende Gelege mit positivem Maschineneinfluss

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Die Liba Maschinenfabrik GmbH präsentiert auf der Fachtagung Carbon Composites 2012 ein selbsttragendes Gelege. Der Selbsttrageeffekt basiert auf einer speziellen Fadenanordnung. Er bewirkt, dass nicht nur die Gelegequalität verbessert, sondern auch die Textilmaschine kompakter gebaut werden kann.

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Beim Gelege wechselt eine der beiden Fadenlagen an einer bestimmten Stelle über die gesamte Bahnlänge unter die andere und umgekehrt. Daduch wird eine Längsachse erzeugt, die zur Stabilisierung des Geleges beiträgt.
Beim Gelege wechselt eine der beiden Fadenlagen an einer bestimmten Stelle über die gesamte Bahnlänge unter die andere und umgekehrt. Daduch wird eine Längsachse erzeugt, die zur Stabilisierung des Geleges beiträgt.
(Bild: Liba)

Bei diesem Gelege wechselt eine der beiden Fadenlagen an einer bestimmten Stelle über die gesamte Bahnlänge unter die andere und umgekehrt. Bei konventioneller Fadenordnung ist das nicht der Fall. Aufgrund der verflochtenen Lagen wird eine Längsachse erzeugt, die zur Stabilisierung des Geleges beitragen kann. Das ermöglicht zum Beispiel, die Anzahl der Lagen zu reduzieren.

Minimaler Abstand der Leger verringert den Platzbedarf der Maschine

Auf der Fachtagung Carbon Composites 2012 erläutert Jan Märtin, Bereichsleiter Entwicklung beim Textilmaschinenhersteller Liba in Naila (Oberfranken), die Produktion des Textils. Unter dem Namen Multi Compact Fabric entsteht das Gelege auf der Multiaxialmaschine Copcentra MAX 4 CNC. Diese Maschine, die auf der ITMA 2011 – der weltgrößten Textilmaschinenmesse in Barcelona – am Markt eingeführt wurde, basiert auf dem kompaktesten und flexibelsten Maschinenkonzept der Liba-Baureihe.

Ein wichtiger Schlüssel der Entwicklung liegt in der Steuerung der Leger. Sie führt zur deutlichen Verkürzung der Einlaufgestelle. Werden gängige Gelege für Windkraft-Rotorblätter produziert, können die Leger bei minimalem Abstand zueinander zwei Winkellagen auf einmal bilden. Das senkt den Platzbedarf des Legeweges weiter, wobei sich der Aufwand für die kombinierte Steuerung der Leger in Grenzen hält.

Weniger Lärm und Energieverbrauch im Vergleich zu bisherigen Modellen

Die Maschine produziert mehr als 5 t Glasfasergelege am Tag – bei einer Drehzahl von 2200 min–1 und einer Arbeitsbreite von 50 Zoll. Als weitere Maschinenmerkmale hebt Märtin die Reduzierung des Energieverbrauchs, der Lärmbelastung und der Maschinenvibrationen hervor. Im Vergleich zu bisherigen Modellen der Liba-Baureihe wurden diese Kenndaten teilweise nochmals deutlich verringert. Gründe dafür liegen im separaten Baumgestell und in der modularen Bauweise.

Die Maschine kann beliebig mit zusätzlichen Legeeinheiten erweitert werden. Dazu kommt die Integration einer Bahnwarenaufrollung (Typ 12 ES) mit Servomotor, um die Wickelqualität zu verbessern.

Erhöhung der Gelegequalität auf einer kürzeren Maschine

Quintessenz ist die Erhöhung der Gelegequalität auf einer kürzeren Maschine. Die neuartigen Gelege verbessern daher nicht nur die Bauteilfertigung, sondern auch die Maschinenentwicklung. Trotz der stabilisierenden Längsachse bleibt die Drapierfähigkeit erhalten. Ein Indiz dafür ist, dass MC-Gelege trotz beliebiger Fadenanordnung schneller durchtränkt werden können.

Diese Eigenschaft erhöht die Produktivität von Infusionsprozessen. Mechanische Tests zeigten, so Märtens, beim Vergleich zwischen Bauteilen mit konventionellen und überlappenden MC-Gelegen keine Unterschiede.

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