Unterschätzte Gefahr Augen verblitzt, was tun?
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Ein typischer Tag in der Werkstatt: Funken fliegen, Metall glüht, der Lichtbogen brennt gleißend. Plötzlich spürt man ein kurzes Stechen in den Augen und weicht zurück. Wenige Sekunden der Unachtsamkeit und schon ist es passiert – die enorme Intensität des grell leuchtenden Plasmas hat die Augen „verblitzt“.
Beim Schutzgas-Schweißen entsteht ein intensiver Lichtbogen. Hierbei wird zwischen der Schweißelektrode und dem Werkstück eine elektrische Spannung angelegt. Ist diese ausreichend hoch, ionisiert das aus dem Schweißbrenner strömende Schutzgas, wodurch ein leitfähiges Plasma entsteht. Dieses Plasma ermöglicht den Fluss elektrischen Stroms, der den Lichtbogen erzeugt. Die freigesetzte Strahlung ist äußerst energiereich und kann ungeschützte Augen schmerzhaft schädigen. Der medizinische Fachbegriff hierfür lautet Keratokonjunktivitis photoelectrica, im Fachjargon auch als „verblitzte“ Augen bekannt. Es handelt sich dabei um eine akute Entzündung der Horn- und Bindehaut, verursacht durch intensive UV-Strahlung.
Das ionisierte Plasma enthält frei bewegliche negativ geladene Elektronen, positiv geladene Ionen und Photonen – das sind Lichtteilchen, die ein breites Spektrum von sichtbarem Licht bis hin zu ultravioletter (UV) und infraroter (IR) Strahlung freigeben. Zudem sind nicht ionisierte neutrale Gasatome und Metalldampf enthalten, wobei Letzterer verdampfte Partikel der Schweißelektrode und des Werkstücks umfasst. Die Lichtbogensäule erreicht Temperaturen zwischen 3.700 und 15.700 Grad Celsius (4.000 bis 16.000 Kelvin).
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