Gute Alternative Siemens setzt mit Recht auf Umschulung statt Entlassung

Quelle: dpa

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Die Industrie steckt in der digitalen Transformation. Siemens reagiert mit einer speziellen Idee, auf die sich verändernden Anforderungen an seine Mitarbeiter, wie jetzt bekannt wird. Hier Einzelheiten.

Die Industrie stellt sich dem digitalen Wandel. Damit diese Entwicklung für Siemens-Mitarbeiter nicht zu einer beruflichen Sackgasse wird, schult Siemens seine Mitarbeiter lieber um. Dafür werden fast 20 Wissensschmieden geschaffen, um die digitale Kompetenz zu vermitteln.(Bild:  Siemens)
Die Industrie stellt sich dem digitalen Wandel. Damit diese Entwicklung für Siemens-Mitarbeiter nicht zu einer beruflichen Sackgasse wird, schult Siemens seine Mitarbeiter lieber um. Dafür werden fast 20 Wissensschmieden geschaffen, um die digitale Kompetenz zu vermitteln.
(Bild: Siemens)

Siemens verweist auf seine neue Digitalisierungsakademie, mit deren Hilfe Mitarbeiter gehalten werden sollen. Im Rahmen der sogenannten „Sitecskills Academy“ sollen demnach deutschlandweit 19 regionale Trainingszentren die Kompetenzen für den „digitalen Wandel im Arbeitsumfeld“ schärfen. Damit will Siemens erreichen, dass die seiner Mitarbeiter weiterhin in Beschäftigung bleiben können, also dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft das können, was Siemens braucht. Mit gezieltem Up- and Reskilling könne Siemens dann sicherstellen, dass die Kompetenzen dann stets auf dem neuesten Stand sind. Das sichere auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Nicht zuletzt hat der Konzern nach eigener Aussage festgestellt, dass Fort- und Weiterbildungen letztendlich sinnvollere Investitionen sind, als sich unter gegebenen Umständen von den betreffenden Mitarbeitern zu trennen. Das dürfte nicht zuletzt auch Vertrauen in das Unternehmen stärken.

Aus- und Weiterbildungen sind günstiger als Entlassungen

Die wirtschaftliche Rechnung dahinter ist mehr als eindeutig, wie Siemens vorrechnen kann. Denn bei intensiven Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen rechnet man dort mit Erfahrungswerten von durchschnittlichen Ausgaben von etwa 8.000 Euro pro Jahr, um einen Mitarbeiter fortzubilden (Upskilling) beziehungsweise 30.000 Euro pro Jahr, um einen Mitarbeiter für ein anderes Tätigkeitsfeld umzuschulen (Reskilling). Das klinge zwar alles andere als billig, doch jemand Neuen einzustellen, schlage inklusive der Kosten für Beratung, Einarbeitungszeit et cetera mit grob 40.000 bis 50.000 Euro zu Buche. Und um Mitarbeiter abzubauen, werden von Branchenkennern im Schnitt 100.000 Euro pro Mitarbeiter genannt, wobei Siemens keine eigenen konkreten Zahlen nennt. Wer also einen Mitarbeiter mit nicht mehr gebrauchter Qualifikation umschult, statt ihn zu entlassen und einen neuen Mitarbeiter mit den gesuchten Qualifikationen einzustellen, spart folglich sehr viel Geld. Und auch bei der IG Metall stehe man dem Ansatz positiv gegenüber.

Von der Kantinenkraft zur ausgebildeten Mechatronikerin

Nicht zuletzt fehlen bekanntlich an allen Ecken und Enden die Facharbeiter. Wenn man dann schon welche hat, sollte man sie eben im eigenen Sinne weiterqualifizieren. In Regensburg, wo es übrigens bereits einen Vorläufer der aktuellen Initiative gab, hat diesen Sommer zum Beispiel eine ehemalige Kantinenkraft ihre Umschulung beendet und darf jetzt als Mechatronikerin im Sondermaschinenbau unterstützen.

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