Photovoltaik SKF weiht 18000-m2-Photovoltaik-Anlage ein

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Kugellagerhersteller SKF hat auf dem Dach seines Schweinfurter Logistikzentrums eine der größten Photovoltaik-Aufdachanlagen in Bayern offiziell eingeweiht. Die Photovoltaik-Anlage mit 3888 Modulen auf einer Fläche von 18000 m2 erzeugt jährlich rund 700000 kWh Strom. Damit erzeugt das Logistikzentrum mehr Solarstrom, als es selbst verbraucht.

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Die Strommenge reicht aus, um etwa 450 Ein-Personen-Haushalte mit Energie zu versorgen und vermeidet jährlich den Ausstoß von etwa 365 t CO2. Für die Errichtung der Photovoltaik-Anlage hatte SKF einschließlich der ohnehin erforderlichen Dachsanierung 7 Mio. Euro investiert. Diese werden sich nicht so schnell amortisieren, sagte Tom Johnstone, President und CEO der Muttergesellschaft AB SKF, bei der Einweihung. Der Kugellager-Konzern investiere aus unternehmerischer Verantwortung in die Sonnenenergie.

Ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie ist laut Johnstone das Programm „Beyond Zero“. „Ziel ist es, dass Kunden und SKF gemeinsam mehr Energie sparen, als SKF verbraucht“, erläuterte der CEO. Das sei gut für das Geschäft, weil weniger Kosten entstehen, und zugleich gut für die Umwelt, weil es weniger Emissionen gebe. Bisher habe SKF mit diesem Programm die Emissionen um 2,2% reduziert bei einer Erhöhung der Produktion um 12%. Ziel seien 5% weniger Emissionen.

Ausdrücklich stellte sich Johnstone hinter die Produktion am Standort Schweinfurt. SKF hat in den vergangenen Jahren bereits 100 Mio. Euro investiert, um die Produktion auszubauen; Johnstone kündigte weitere Engagements für 30 Mio. Euro an. „Wir wollen Schweinfurt als Produktionsstandort für die Industrie stärken“, sagte der CEO. Entscheidend für die Standortwahl sei eine „Best-Cost-Strategie“, erläuterte er auf Anfrage unserer Redaktion. Dabei spielten nicht nur die Lohnkosten eine Rolle, sondern auch andere Faktoren wie Produktivität, Ausbildung der Belegschaft, Nähe zu Zulieferern und Kunden oder die Logstikanbindung. „Mit den Investitionen werden wir den Standort Schweinfurt fit für die Zukunft machen“, sagte auch Manfred Neubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der SKF GmbH.

Johnstone räumte ein, dass SKF mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen habe. „Bei den Verkäufen an Automobil- und Lastwagenhersteller habe ich einen so raschen Absturz noch nie erlebt“, sagte der CEO. Das Problem sei ein globales Phänomen: Nicht nur in Nordamerika oder Europa breche die Nachfrage ein, sondern auch in Indien, Brasilien oder China. Im Industriebereich hingegen gebe es bei den kleineren Kugellagern nur eine leichte Abschwächung. „Weiterhin ein Wachstum erwarten wir bei Großkugellagern für die Bahnindustrie, die Luftfahrt oder die Windanlagenhersteller“, erklärte Johnstone.

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