Mittelständler lehnen Kunststoffsteuer kategorisch ab
Die Bundesregierung plant ab Anfang 2025 eine sogenannte „Plastiksteuer“, die Mehreinnahmen von rund 1,4 Milliarden Euro in die Staatskassen spülen soll. Zur Kasse gebeten werden wieder mal die Hersteller, so das oberfränkische Unternehmen Verpa Folie Weidhausen. Längerfristig dürfte sich diese neue Belastung über den Verkaufspreis bei den Verbrauchern niederschlagen. Das ist ein schwerer Schlag, der auch ökozertifizierte Unternehmen trifft, zu denen auch Verpa gehört. „Aus unserer Sicht ist die Plastikabgabe eine klare Bedrohung für innovative, recycelbare Verpackungen aus Kunststoff sowie für Investitionen in bessere Sortier- und Recyclingtechniken“, warnt André Baumann, Inhaber und Geschäftsführer des Familienunternehmens. Die Plastiksteuer gefährde die bisher leistungsstarke deutsche Kunststoffindustrie und erneut insbesondere den Mittelstand existenziell. Unterstützung erhofft sich Baumann aber nun von Seiten der Unions-Politik. Im Rahmen eines Besuchs in Weidhausen diskutierte André Baumann die Thematik gemeinsam mit dem Geschäftsführer Thomas Grebner und dem Bundestagsabgeordneten Jonas Geissler (CSU). „Eine Plastiksteuer hat keine positive Lenkungswirkung. Mehr noch! Sie ist schädlich für die Kreislaufwirtschaft und den Klimaschutz“, stellte Geissler dabei fest.
Deutschland kann europaweite Regelung umsetzen, muss es aber nicht ...
Geissler sprach sich klar für eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft und die Reduzierung des Materialeinsatzes in Verpackungen zur Verringerung der CO2-Emissionen aus. Statt für eine Plastiksteuer plädiert der Politiker für eine ökologisch sinnvollere CO2-Bepreisung. Diese sei nicht zuletzt auch im europäischen Binnenmarkt machbar. „Eine Steuer, die ausschließlich auf Plastikverpackungen abzielt, verfehlt ihr Ziel“, ist der Bundestagsabgeordnete sich sicher. Geissler konstatiert: „Das ist eine echte Diskriminierung von Kunststoff, die den Trend hin zu schwereren mit Kunststoff beschichteten Papierverpackungen massiv befeuern wird.“ Die wirken zwar umweltfreundlich, sind aber das genaue Gegenteil, wie echte Experten längst wissen. Diese Verbundmaterialien können, wie schon die IK angemerkt hat, kaum recycelt werden. Sie vergrößern das Müllproblem, erhöhen die Abfallmengen und die CO2-Emissionen. Unternehmer Baumann ergänzt: „Würden Kunststoffverpackungen durch andere Verpackungsmaterialien ersetzt, gäbe es in Europa 3,6 mal mehr Abfall, der Energieverbrauch wäre 2,2 mal höher und es würden 2,7 mal so viel CO2-Emissionen ausgestoßen.“
Das macht Verpa Folie bereits in Sachen Umweltschutz
Seit über 40 Jahren setzt sich die Verpa-Gruppe für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Sie gelte als Innovationsführer für besonders ressourcensparende und nachhaltige Folientechnik. „Kernpunkte unserer Unternehmensphilosophie im Bereich Umwelt sind der sparsame Einsatz von Ressourcen bei der Herstellung, das sortenreine Sammeln und die sorgsame Wiederverwertung der wertvollen Rohstoffe“ präzisiert Baumann. Mit den extrem dünnen Folien, die zu 100 Prozent recycelbar sind, habe Verpa am Markt die Nase vorn. Die Produkt-Range „Verpalin Green Life“ steht nicht zuletzt für umfassende Nachhaltigkeit, heißt es weiter. Dazu gehören Folien aus Rezyklat sowie biobasierte Folien aus Zuckerrohr oder Tallöl. Auch biologisch abbaubare Folien aus Mais- oder Kartoffelstärke befinden sich im Portfolio. Der Geschäftsführer macht klar: „PE-Folie ist nicht einfach Abfall, sondern wertvoller Rohstoff, der sich nahezu beliebig oft wiederverwerten lässt!“ Deshalb das Unternehmen das „Verpa Release System“ entwickelt. Dabei handelt es sich um einen geschlossenen Wertstoff-Kreislauf, der die Basis von Verpalin Green Life bildet und zunehmend von Unternehmen in ganz Europa genutzt wird. Dafür stellen die Oberfranken den Kunden auch eine Ballenpresse zur Verfügung, mit der gebrauchte Folien oder auch Folienreste komprimiert werden können, um sie dann wieder zu Verpa Folie zu verfrachten. Dort wird das sortenreine Material wieder zu Kunststoffgranulat verarbeitet und als Rezyklat anteilig einem dafür geeigneten Produktionskreislauf erneut zugeführt. Der Unternehmer betont: „Das Problem ist doch nicht der Kunststoff an sich. Das Problem ist der Umgang damit und die Bereitschaft, gebrauchte Materialien wieder dem Kreislauf zuzuführen. Würde kein Plastik im Meer schwimmen, das vor allem kaum aus Deutschland stammt, hätten wir die Diskussion gar nicht.“
Doch das sind nicht die einzigen Bauchschmerzen bei Kunststoff-Playern ...
„Die Plastiksteuer bestraft den Mittelstand und gefährdet Arbeitsplätze in Deutschland“, warnt Geschäftsführer Thomas Grebner. Pro Tonne Kunststoff, der kein Rezyklat enthält, müssten demnach künftig 800 Euro nach Brüssel überwiesen werden. Das würde dem Unternehmen rund 25 Millionen Euro zusätzliche Kosten auf den Buckel schnallen, die es niemals stemmen könne. Grebner weiter: „Diese Mehrkosten an unsere Kunden weiterzugeben, ist aufgrund unserer branchenüblichen Vertragsbindungen kurzfristig nicht möglich. Wir würden auf den Kosten sitzenbleiben, die unseren Gewinn deutlich übersteigen.“ Auch beim Branchenverband IK sorgt diese neue Verordnung für Kopfschütteln. „Der Beschluss ist ein Rückschritt für die Kreislaufwirtschaft und führt zu einem Flickenteppich unterschiedlicher Verpackungsregeln im EU-Binnenmarkt“, kritisiert Hauptgeschäftsführer Engelmann.
Die Verpa-Geschäftsführer André Baumann (rechts) und Thomas Grebner (lins) übergaben MdB Jonas Geissler eine Liste mit rund 400 Unterschriften. Damit bekunden Verpa-Mitarbeiter ihr klares Nein zur Plastiksteuer, die ab 1. Januar 2025 vor allem Mittelständler quälen soll.
(Bild: Verpa Folie Weidhausen / S. Raithel)
Im Rahmen des wirtschaftspolitischen Austauschs diskutierten die Gesprächspartner nun darüber hinaus weitere Themenfelder, die den Mittelstand massiv unter Druck bringen, wie fehlende Arbeitskräfte, steigende Löhne, hohe Energiekosten, wachsende Ausgaben für Bürokratie und mangelhafte Rahmenbedingungen für Investitionen. Als kritisch bewertet Baumann die Tatsache, dass im Rahmen des Ende 2023 verabschiedeten Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) kein Unterschied gemacht wird, ob ein Unternehmen konventionellen Strom oder aus Sonne oder Wind erzeugte Energie verbrauche. Einig waren sich die Teilnehmer über einen flexibleren Umgang beim Renteneintritt sowie über eine Steuerbefreiung geleisteter Überstunden. fIm Anschluss an das Gespräch überreichten die Verpa-Geschäftsführer dem Bundestagsabgeordneten eine Unterschriftenliste aller Mitarbeitenden mit einem dringenden Appell gegen die Plastiksteuer.
Stand: 08.12.2025
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