Ausblick für 2023

So sieht die Lage im deutschen Werkzeugmaschinenbau aus

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Der Fachkräftemangel wird zu einem großen Problem!

Die Beschäftigung lag im Dezember 2022 in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitenden bei geschätzt 65.400. Das waren 2 Prozent mehr als im Vorjahr. In der gesamten Coronakrise seit 2020 wurden insgesamt 13 Prozent der Mitarbeitenden abgebaut. Die Produktion sank im gleichen Zeitraum um 17 Prozent. Als Ursache sind außer der Pandemie auch die bedingten Einbußen und der Transformationsprozess bei den Abnehmern aus der Automobilindustrie zu nennen.

Rund 31 Prozent der Werkzeugmaschinenhersteller berichten mit Blick auf den Fachkräftemangel von einer neuen, ernsthaften Herausforderung, die sich zunehmend verschärft. Für weitere 50 Prozent ist er bereits ein spürbares Problem. „Der Fachkräftemangel wird voraussichtlich ein Dauerthema bleiben, weil er mit dem demographischen Wandel eine strukturelle Ursache hat. Die Zahlen für den gesamten Maschinenbau bestätigen die prekäre Situation“, kommentiert Bernhard zu diesem Thema.

Die Zahl der offenen Stellen im Maschinenbau steigt deshalb im Verhältnis zum gesamten Personalaufbau rasant. Das heißt: 20 versus 1,3 Prozent Plus. Gut die Hälfte der Maschinenbauer plant ihre Belegschaften aber aufzustocken. In den Mint-Fächern wird das Fachkräfteangebot in den kommenden Jahren nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft jedoch den Bedarf der Branche allenfalls zur Hälfte decken können. Die größten Engpässe gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit derzeit bei den Berufsgruppen Mechatroniker, Automatisierungstechnik, spanende Metallbearbeitung, Maschinen- und Betriebstechnik sowie Elektrotechnik. Im letzten Ausbildungsjahr 2021/2022 blieben nämlich über 11.000 von 97.000 angebotenen Ausbildungsplätzen, die im Maschinenbau angeboten wurden unbesetzt.

Mehr Ausbildung, Kräfte halten und sie weiterbilden!

Bildungsexperten raten deshalb, die Ausbildung zu stärken sowie vorhandene Fachkräfte länger auf ihren Arbeitsstellen zu halten und sie dann auch bestmöglich weiterzubilden. Für den Maschinenbau arbeitet die Nachwuchsstiftung Maschinenbau seit vielen Jahren daran, eine qualifizierte technische Ausbildung zu ermöglichen, damit die Unternehmen aus einem Top-Angebot an Bewerbern wählen können, deren Qualifikation auch den tatsächlichen Anforderungen entspricht. Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau werde künftig auch verstärkt mit Didaktikpartnern zusammenarbeiten, um Lerninhalte zu hochkomplexen technischen Sachverhalten auf die jeweiligen Zielgruppen zuzuschneiden und passend aufzubereiten.

Dafür wird auch die stiftungseigene Lernplattform MLS (Mobile Learning in Smart Factories) ertüchtigt. Ein integriertes und an das didaktische Prinzip der vollständigen Handlung angelehntes Autorentool ermöglicht es außerdem, eigene Lerninhalte zu erstellen. Es unterstütze damit bereits heute die digitale Ausbildung aller Berufsfelder. MLS zählt inzwischen 22 Schnittstellen zu Contentpartnern und Ausbildungsmanagementtools. Damit werde die digitale Ausbildung von Berufen aus dem Metallverarbeitungssektor sowie künftig auch für den Elektro- und Automotive-Bereich durch diese externen Partner unterstützt. Die Ausweitung auf kaufmännische Berufe sei ebenfalls in Vorbereitung.

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