Solare Kapitulation Solarspezialist Meyer Burger denkt an Schließung

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Das Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger droht unter Hinweis auf Konkurrenz (vor allem aus China) mit dem Stopp seiner Solarmodulproduktion in Deutschland, meldet die dpa.

Diese „Sonne“ geht womöglich unter! Im Sächsischen Freiberg fertigt das Schweizer Unternehmen Meyer Burger Solarmodule an. Doch die Zukunft des Standorts mit 500 Mitarbeitern wackelt wegen der Billigkonkurrenz aus Asien. Nun soll die Politik für Rettung sorgen.(Bild:  Meyer Burger)
Diese „Sonne“ geht womöglich unter! Im Sächsischen Freiberg fertigt das Schweizer Unternehmen Meyer Burger Solarmodule an. Doch die Zukunft des Standorts mit 500 Mitarbeitern wackelt wegen der Billigkonkurrenz aus Asien. Nun soll die Politik für Rettung sorgen.
(Bild: Meyer Burger)

Sollte die Bundesregierung angesichts der Anbieter aus Asien nicht schnell handeln, will Meyer Burger Deutschland den Rücken kehren. Das könnte das Ende für den Produktionsstandort im sächsischen Freiberg mit 500 Arbeitskräften bedeuten, heißt es weiter. Wegen des sich verschlechternden europäischen Marktumfeldes sei die Produktion in der Region in vollem Umfang vorerst nicht weiter tragbar. Das gebeutelte Unternehmen stellte außerdem einen Plan vor, um die, wörtlich, „unhaltbaren Verluste" in Europa zu verringern und sich gleichzeitig auf die USA zu konzentrieren. Ein Teil des Plans wäre eben die Schließung des Werkes in Freiberg, was dann bereits Anfang April 2024 drohe.

Die Bundesregierung weiß um die Solarprobleme

Meyer Burger besitzt mit der Fabrik in Freiberg nach eigenen Angaben den größten Betrieb für die Solarmodulproduktion in Europa. Eine endgültige Entscheidung sollte außerdem schon bis Mitte Februar getroffen werden, betonte das Unternehmen, sofern keine ausreichenden Maßnahmen zur Herstellung fairer Wettbewerbsbedingungen in Europa – etwa durch Resilienzmaßnahmen – ergriffen werden. Die Bundesregierung sei angesichts der drohenden Abwanderung in Gesprächen mit den Schweizern. Das Wirtschaftsministerium sei sich der schwierigen Lage des Unternehmens und der Solarindustrie in Deutschland sehr bewusst, äußerte sich ein Sprecher des Ressortchefs Robert Habeck. Demnach ist es das Ziel, einen signifikanten Teil der Solartechnik in Deutschland und Europa zu produzieren.

Nicht nur die Solarindustrie leidet an Chinas Strategie

Meyer Burger habe 2023 ein sehr schlechtes Jahr gehabt, das wegen der niedrigen Preise der Konkurrenz völlig aus dem Ruder gelaufen sei. Staatliche Subventionen bei der Solarmodulherstellung in China würden zu einer gravierenden Marktverzerrung führen. In Europa werde man dem chinesischem Handeln zum Fraß vorgeworfen. Auch die Windkraftbranche leide demnach unter dem gleichen Problem. Ein Schicksal, das auch der Autobranche drohe. Die deutsche Politik habe sich vor 10 Jahren entschieden, das alles fallen zu lassen, sagte Erfurt. Das habe Träume und Hoffnungen vor allem in Ostdeutschland zerstört. Weitere Standorte des Unternehmens in Deutschland wären bei einer Verlagerung der Produktion in die USA aber nicht betroffen. Diese Standorte werden unter anderem für den Hochlauf der Modulproduktion in den USA benötigt, heißt es. Was dann allerdings kommt, steht in den Sternen.

Zig Millionen Euro Subventionen sollen helfen

Meyer-Burger-Manager fordert, dass es Anpassungen bei der Einspeisevergütung geben muss. Man befinde sich sozusagen in einem Verteilungskampf. Der Bund müsse deshalb in diesem Jahr rund 50 Millionen Euro in die Erhöhung der Einspeisevergütung geben. Davon sollten dann Nutzer von Solaranlagen profitieren, die Anlagen aus europäischer Produktion nutzen. Je europäischer ein Produkt ist, so die Meinung des Experten, desto mehr Boni muss es geben. Dadurch sollen Anreize zum Kauf entsprechender Produkte geschaffen werden. Das sei kein Konzept des Unternehmens, sondern werde unter anderem vom Bundesverband der Solarwirtschaft gefordert. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer forderte von Bund und der EU ein Rettungspaket für die Solarindustrie. Der energiepolitische Sprecher der FDP, Michael Kruse, kommentierte allerdings: „Den Strom für die Deutschen noch weiter zu verteuern, indem die sehr üppige Förderung für Solarstrom noch weiter ausgeweitet wird, ist der falsche Weg und die FDP wird das nicht unterstützen.“

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