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Digitalisierung als neue Herausforderung für das gesamte Unternehmen
Mit den Niederlassungen in Asien hat sich Bonfiglioli als Unternehmen recht früh international ausgerichtet. Da die heutige Firmenchefin schon immer gerne gereist ist und neue Kulturen kennengelernt hat, lag ihr das von Beginn an am Herzen. Doch spricht man sie heute auf die Internationalität von Bonfiglioli an, sieht sie das Thema angesichts der digitalen Transformation deutlich breiter. Vielmehr geht es heute auch darum, wie man weltweit Daten und Informationen austauscht, Produkte kauft, aber auch mit Kunden und Lieferanten Beziehungen aufbaut. „Das wird sich sehr schnell ändern und deshalb muss man offen bleiben, um agieren zu können. Wenn man heute international denkt, muss man ein anderes Mindset haben als noch vor vier oder fünf Jahren“, ist sie sich sicher.
Industrie 4.0
Der Grundstein für die Produktion von morgen
Diese Beweglichkeit und ihr Wissenshunger sind ideale Voraussetzungen für ihre heutige Position als Präsidentin des Familienunternehmens, das sich jetzt den Veränderungen durch die Digitalisierung stellen muss. Gerade im letzten Jahr hat sie sich mit ihren Führungskräften intensiv mit dem aktuellen Wandel beschäftigt. Gemeinsam hat man bereits weltweit Vorreiter der Digitalisierung besucht und arbeitet konkret daran, Ideen im eigenen Unternehmen umzusetzen. Bonfiglioli: „Man muss nicht der Vorreiter sein, aber man muss handeln, ohne ängstlich zu sein. Entweder man bleibt passiv und zerstört damit das, was man aufgebaut hat, oder man ist aktiv.“ Ob der gewählte Weg dann der richtige ist, spielt zunächst keine Rolle. Sie weiß, dass Investitionen in die Zukunft auf Vorhersagen nach heutigem Wissen basieren. Verändern sich die Vorhersagen, muss man modifizieren und nachjustieren, aber nicht aufhören, langfristig zu investieren. Als Beispiel nennt sie das EVO-Projekt: In den neuen Firmenstandort von Bonfiglioli in Italien fließen bis zur Fertigstellung etwa 60 Mio. Euro, die Hälfte davon in Produktionstechniken, die die Idee von Industrie 4.0 realisieren sollen.
Sonia Bonfiglioli blickt zuversichtlich und zufrieden in die Zukunft: Das Unternehmen wächst, das EVO-Projekt ist im Bau und die Digitalisierung hält bereits Einzug in die Bonfiglioli-Produkte. Eigentlich könnte sie in einigen Jahren daran denken, die Firma an ihre Söhne weiterzugeben. Doch sie kann sich selbst nicht vorstellen, in 10 Jahren als glücklicher Rentner am Strand zu liegen. Auch ihren Kindern würde sie nicht empfehlen, gleich ins Familienunternehmen einzutreten, sondern sie sollen erst eigene Erfahrungen in anderen Unternehmen sammeln. Wie sie selbst sagt, will sie ihre heutige Aufgabe ausfüllen, solange es ihr möglich ist, dies „mit offenen Augen und hellem Verstand“ zu tun. MM
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