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Bei der Hofmühl-Privatbrauerei in Eichstätt lassen sich auf 835 m² Vakuumröhrenkollektoren besichtigen. Diese sind auf zwei historischen Gebäuden und auf einer neu gebauten Lagerhalle installiert. Dabei sind alle Teilfelder nach Südwesten ausgerichtet und die Kollektorneigung beträgt zwischen 23 und 26° auf der Horizontalen. Darüber hinaus sind die Vakuumröhren von parabolisch geformten Spiegeln umgeben. Die gesamte Wärmeenergie wird in je zwei 55 m³ große Solarspeicher eingespeist. Diese sind in Reihe verschachtelt. Speicher eins bedient den Rücklauf der Solaranlage und speist zum anderen in Speicher zwei ein. Dieser versorgt verschiedene Prozessschritte mit Temperaturbedarf bis 100 °C über Wärmetauscher mit der nötigen Energie.
Im Bereich der industriellen Prozesswärme kommt es zu neuen grünen Partnerschaften wie der zwischen dem Lackieranlagenhersteller Eisenmann AG aus Böblingen und der Ritter XL Solar GmbH. Die Kooperation dieser Unternehmen realisiert in Großprojekten den Einsatz von Solarthermieanlagen, um den Primärenergiebedarf zu reduzieren.
Die gesamte Fabrik muss künftig grün sein
Hierzu meint Dr. Kersten Christoph Link, Technik-Vorstand der Eisenmann AG: „In Zukunft wird es nicht mehr ausreichen, ausschließlich Anlagentechnik oder einen bestimmten Prozessschritt mit dem Attribut grün zu versehen. Grün muss die gesamte Fabrik sein, um ein umweltfreundliches Endprodukt bieten zu können, das diese Maßgabe auch im Hinblick auf seine Produktion erfüllt.“
Projektverantwortlich bei Eisenmann ist Markus Hachmöller: „Der Wärmebedarf in Lackieranlagen ist sehr hoch, da zum Beispiel die Vorbehandlungsbäder entlang des Prozesses erwärmt werden müssen. Mit unseren Kunden entwickelten wir deshalb die Idee, diese Wärme über den Einsatz von Solarthermie nachhaltig bereitzustellen.“ Die benötigte Temperatur des Wärmenetzes von 90 bis 110 °C für die Bäder kann je nach Kundenbedarf dabei problemlos über die solarthermische Anlage bereitgestellt werden.
Wie hoch der Prozesswärmebedarf in der Industrie ist, ist weitläufig nicht bewusst. Überall wird etwas mit Wärme angetrieben. Wobei jeder auf Strom getriggert ist: „Das ist genau der Punkt, an dem wir ansetzen“, so Hachmöller weiter.
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