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Über- und Untervorschub beim Gewindebohren können das Bauteil zerstören
Zusätzlich zu den genannten Schwierigkeiten besteht noch die Gefahr, dass ein Übermaß erzeugt wird, was das Bauteil ruiniert. In manchen Fällen können Gewinde schon bei Eintritt fehlerhaft sein. Wenn ein Gewindebohrer in die Bohrung eintritt, sollte der Vorschub erhöht werden. Wenn das nicht geschieht, bewirkt dies entweder einen Unter- oder Übervorschub. Wird beim Vorschub ein Druck erzeugt, der es zulässt, einen Übervorschub zu erzeugen, werden die Führungsflanken des Gewindeprofils übermäßig verschlissen (Bild 4). Ist der Druck im Vorschub nicht groß genug, wird ein Untervorschub erzeugt, welcher die rückwärtige Gewindeflanke beansprucht.
Über- und Untervorschub können auch vorkommen, wenn der Gewindebohrer in die Rückwärtsbewegung kommt und das Spindelspiel der Maschine nicht stimmt oder sonstige Bedingungen nicht ausreichend sind. In diesem Fall bewirkt ein zu großer Vorschub die Abnutzung der rückwärtigen Gewindeflanke, ein zu kleiner Vorschub die Abnutzung der Führungsflanke. Als Ergebnis von Über- oder Untervorschub ist der Gewindegrund zu breit und der Gewindescheitel zu schmal (Bild 5). Der größte Durchmesser, das Maß von Gewindegrund zu Gewindegrund, und der kleinste Durchmesser, das Maß von Gewindescheitel zu Gewindescheitel, werden durch alle diese Dinge nicht beeinflusst. Demzufolge erkennen Gewindelehren diesen Fehler nicht, sie messen lediglich die Durchmesser und die Steigung.
Maßveränderungen beim Gewindebohren meist durch maschinenseitige Ausrüstung verursacht
In den meisten Fällen werden die diesbezüglichen Maßveränderungen durch die maschinenseitige Gewindebohrausrüstung verursacht. Aber auch die axialen Kräfte und die Spanraumgeometrie und/oder die Differenz zwischen Keilwinkel und Führungskante des Gewindebohrers beeinflussen das Ergebnis (Bilder 6 und 7).
In der Metall verarbeitenden Industrie werden Gewindebohrer aufgrund der genannten Schwierigkeiten als problematische Werkzeuge angesehen. Verschiedene Werkstoffe und ihre Eigenschaften führen zu einer fast unbegrenzten Vielfalt an Gewindebohrer-Geometrien aus unterschiedlichen Grundmaterialien mit Oberflächenbehandlungen und Beschichtungen. Solch eine große Anzahl verursacht auch so manchem Profi Kopfschmerzen bei der Wahl des richtigen Gewindebohrers für die entsprechende Bearbeitungsaufgabe.
Spezielle Gewindeform bewahrt vor Über- und Untervorschub
Weil das Gewindebohren die bervorzugte Option für das Herstellen von Gewinden ist, ist es wichtig, eine Lösung zu finden, die gewährleistet, dass das erzeugte Gewinde mit der Norm übereinstimmt. Eine solche Lösung ist der Gewindebohrer Combo Tab für Sackloch- und Durchgangsgewinde von YG-1 aus Südkorea.
Die spezielle Gewindeform dieses Werkzeugs löst Probleme beim Gewindebohren, da sie wie eine Bremse wirkt, die den Gewindebohrer vor Über- und Untervorschub bewahrt und damit Übermaßgewinde verhindert. Zusätzlich kompensiert die spezielle Geometrie die Schnittkräfte, reduziert die Abnutzung des Gewindebohrers und verlängert dadurch die Haltbarkeit des Werkzeugs. Dieser Gewindebohrer entlastet zudem das Gewinde, reduziert das Drehmoment sowie den Energieverbrauch der Maschine und ermöglicht einen besseren Spänetransport. Schlussendlich reduziert er die Lagerhaltung, weil dieser multifunktionale Gewindebohrer eine große Bandbreite von Werkstoffen abdeckt. Dazu gehören Kohlenstoffstähle, legierte und rostfreie Stähle sowie Werkzeugstähle.
* Young Bae Lee ist Leiter des Forschungs- und Entwicklungszentrums der YG-1 Co., Ltd. in Incheon (Südkorea). Artur Pöppke ist Leiter Technik und Vertrieb bei der YG-1 Deutschland GmbH, 65760 Eschborn
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