Compositefenster Stabiler Durchblick mit Composite-Fensterrahmen

Redakteur: Peter Königsreuther

Eine effiziente Dämmung von Fenstern senkt Energieverluste und schont sowohl Geldbeutel als auch Ressourcen. Im Trend liegen große Fenster mit schmalen Rahmen, die dabei stabil sein sowie die Wärme gut dämmen müssen. Verbundwerkstoffe helfen dabei mit, das Ziel zu erreichen.

Anbieter zum Thema

Dank pultrudierter FVK-Profilrahmen auf Basis einer Polyurethan-Matrix bleiben auch große Fenster verzugsfrei, dicht und stabil. Witterungseinflüsse wirken sich auf das System kaum aus.
Dank pultrudierter FVK-Profilrahmen auf Basis einer Polyurethan-Matrix bleiben auch große Fenster verzugsfrei, dicht und stabil. Witterungseinflüsse wirken sich auf das System kaum aus.
(Bild: Bayer)

Insbesondere Fenster und Fassaden sind oft eine Quelle für Wärmeverluste. Um diese zu verringern, kommt es neben dem Einsatz von Mehrfachverglasungen vor allem auf gut gedämmte Fensterrahmen an. Große und lichtdurchflutete Räumlichkeiten sind in – vor allem in öffentlich genutzten Gebäuden. Deshalb werden die Rahmen schmaler ausgelegt und müssen dennoch über eine entsprechend hohe Steifigkeit und Dimensionsstabilität verfügen. Zur Erfüllung all dieser Forderungen hat Bayer Material-Science eine robuste und dauerhafte Materialart entwickelt, die auf Faserverbundwerkstoffen mit maßgeschneiderten Polyurethanen als Matrixmaterial basiert. Die Wärmeleitfähigkeit liegt in einem ähnlich niedrigen Bereich wie bei Holz und Polyvinylchlorid (PVC).

Witterungsbeständige FVK-Profile halten stets dicht

Die Fensterrahmen könnten also einen signifikanten Beitrag dazu leisten, die Anforderungen von Energieeinspar-Verordnungen und Passivhaus-Standards zu erfüllen. Die guten mechanischen Eigenschaften sind laut Bayer vor allem auf den hohen Glasfasergehalt von rund achtzig Gewichtsprozent zurückzuführen. Die Herstellung von Profilen mit sehr schmaler Ansichtshöhe und geringer Bautiefe werde damit auch möglich – etwa für die Verglasung von Dachflächen oder von Bauteilen mit begrenztem Platzbedarf. Ein konkretes Beispiel ist eine wärmedämmende Hebeschiebetür der Internorm International GmbH: Dank einer nur 4 cm dicken Bodenschwelle und einer schmalen Rahmenkonstruktion bietet die Tür eine große Gesamtglasfläche für viel Licht. Alternativ könnten auch große Profile hergestellt werden, beispielsweise für Fassadenfenster mit großen Glasflächen. Die Verbundwerkstoffe werden durch eine geeignete Lackierung oder Kaschierfolie vor Witterungseinflüssen geschützt. Die Gefahr einer Verrottung wie bei Holzrahmen oder Versprödung wie im Falle von PVC besteht nicht – die Tür bleibt dicht.

Transportwesen profitiert auch

Die Herstellung der Profile erfolgt mittels Pultrusion (Strangziehen): die Glas- oder Carbonfasern werden von der Spule durch eine geschlossene Injektionsbox gezogen, mit der Matrix imprägniert und anschließend in der vom Werkzeug vorgegebenen Form ausgehärtet. Eine mitlaufende Säge konfektioniert die Profile auf Sollmaß. Unter Verwendung des Polyurethansystems lassen sich meist höhere Produktionsgeschwindigkeiten erreichen als bei Polyester, Vinylestern oder Epoxidharzen.

Mit der Verwendung in Fenstern und Fassaden sind die Möglichkeiten für Polyurethanpultrudate aber keineswegs erschöpft. Vielversprechende Perspektiven eröffnen sich auch im Transportwesen, wo sie verglichen mit Metall eine sehr gute mechanische Belastbarkeit bei geringerem Gewicht zeigen. Weitere Beispiele sind Infrastrukturprojekte wie der Brückenbau oder die Errichtung von Strommasten. ■

(ID:42697467)