Multirecycling-Ansatz Stahlindustrie in Deutschland legt Ökobilanz vor

Redakteur: Jürgen Schreier

Eine aktuelle Studie zeigt: Die CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung sind aufgrund der Multirecycling-Eigenschaften von Stahl geringer als bisher veranschlagt. Zudem bleibt dabei die Qualität des Werkstoffes erhalten.

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Multi-Recycling von Stahl.
Multi-Recycling von Stahl.
(Bild: Wirtschaftsvereinigung Sthal)

Eine neue Studie der Technischen Universität Berlin beschreibt erstmals eine ganzheitliche und umfassende Ökobilanz-Methode für den Werkstoff Stahl. Nach dieser neuen Methodik, dem sogenannten Multirecycling-Ansatz (MRA), fließen nun sämtliche Lebenszyklen von Stahl, inklusiver aller Recyclingprozesse, in die Ökobilanzierung ein.

Ökologischer Footprint von Stahl verringert sich mit jeder Recycling-Stufe

Der von Prof. Dr. Matthias Finkbeiner geleitete Lehrstuhl für Sustainable Engineering weist in der Studie nach, dass sich der ökologische Fußabdruck von Stahl mit jeder Recycling-Stufe verringert. „Die CO2-Emissionen bei der Herstellung von einer Tonne Stahl sind beim Multirecycling über mehrere Lebenszyklen um rund 50 % niedriger als bei der reinen Primärproduktion von Stahl“, so Prof. Finkbeiner.

Für die Produktion von einer Tonne Stahl werden weniger als 1000 kg CO2 bezogen auf die Gesamtlebenszeit emittiert. Damit fällt die Stahlökobilanz gegenüber solchen Studien, die bisher lediglich die Primärproduktion von Roheisen im Hochofen und Stahl im Stahlwerk betrachten, deutlich positiver aus. Die in der Studie erstmals gemeinsam abgebildete Hochofen- und Elektroofen-Route bei der Stahl-Produktion zeichnet ein deutlich genaueres Umweltprofil des Werkstoffs. Herstellung, Entsorgung und wiederkehrendes Recycling von Stahl werden vollständig berücksichtigt.

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