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Letzter Prozess der CFK-Bauteilfertigung im Werk Landshut ist die mechanische Endbearbeitung. Ziel ist es, ohne Fräsen und Bohren auszukommen. Randbeschnitt, Durchbrüche und Löcher sollen im Wasserstrahlschneidverfahren erfolgen. Als Gründe dafür wurden auf der Einweihungsfeier beim Rundgang die größere Anwendungsflexibilität und die Verschleißfreiheit des Werkzeugs (Wasserstrahl mit abrasiven Zusatzstoffen) genannt.
7 µm dünne Kohlenstofffaser als Ausgangsprodukt
Ausgangspunkt jeder CFK-Bauteilfertigung eine 7 µm dünne Kohlenstofffaser. Sie wird aus einer sogenannten Precursor gewonnen: einer Textilfaser aus Polyacrylnitril. Diese Kunststofffaser findet man unter anderem auch in Textilien aus Fleece.
Über einen komplexen, mehrstufigen Prozess unter verschiedenen Temperatur- und Druckverhältnissen werden sämtliche Elemente der Faser gasförmig abgespalten, bis nur noch ein 7 µm dünnes Einzelfilament aus fast reinem Kohlenstoff in stabiler Grafitstruktur vorliegt.
Mit 7µm entspricht der Durchmesser dieser Faser lediglich einem Zehntel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Daher ist zur weiteren Verarbeitung die Bündelung von rund 50.000 dieser Einzelfilamente zu sogenannten Rovings erforderlich.
Aus den Faserbündeln werden textile Gelege hergestellt – wie jene, die als Bahnware von Wackersdorf nach Landshut geliefert werden, wo ein Drittel der Karosserieteile für die CFK-Fahrgastzelle des Elektroautos i3 (Megacity Vehicle) entstehen soll. Die anderen zwei Drittel werden im BMW-Werk Leipzig gefertigt. Dort befinden sich noch die Komponentenfertigung und die Montage im Aufbau.
Vorreiter für CFK-Automobildächer
Seit langem sieht BMW in CFK bereits einen leistungsfähigen Leichtbauwerkstoff für Automobile. „Vor mehr als zehn Jahren waren wir der erste Großserienhersteller, der ein Fahrzeug mit CFK-Komponenten angeboten hat“, berichtete Diess, der als BMW-Vorstand für den Bereich Einkauf und Lieferantennetzwerk verantwortlich ist. So hat der Automobilhersteller mit dem sogenannten Carbon-Dach des BMW M3 CSL eine Pionierrolle. Inzwischen werden im Werk Landhut bis zu 50 CFK-Dächer am Tag für die BMW-M-Modelle gefertigt.
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