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Wartungs- und Inspektionspläne bedarfsgerecht anpassen
Die beschriebene Methode wurde in das am Fraunhofer IFF entwickelte Softwarewerkzeug State Logger integriert. Dieses kann autark oder als Ergänzung zu vorhandenen Condition Monitoring Systemen eingesetzt werden. Als Basisfunktionen stehen die Überwachung der Beanspruchungen und die Aufzehrung von Abnutzungsvorräten zur Verfügung. Weiterhin sind Prognosen zum Ausfallrisiko möglich. Diese ermöglichen dem Anwender, rechtzeitig Maßnahmen zur Verhinderung von Störungen einzuleiten und seine Wartungs- und Inspektionspläne bedarfsgerecht anzupassen.
Durch die weitgehende Nutzung und Verknüpfung bereits vorliegender Daten sind in der Regel keine Investitionen in zusätzliche Sensoren oder Messgeräte erforderlich. Die Bewertungsergebnisse lassen sich auf vielfältige Art visualisieren (zum Beispiel Ampelanzeige, Management-Cockpits, zeitliche Verläufe). Zur Explizierung von implizitem Wissen aus den Köpfen der Mitarbeiter und dessen Konservierung werden in gemeinsamen Projekten Web 2.0-Anwendungen aus dem Wissensmanagement in Form von Wiki´s eingesetzt.
Anlagen-Know-how generieren und bewahren
Der Nutzen der Anwendung ergibt sich daraus, dass aktuelle und objektive Informationen über den Anlagenzustand zur Ableitung von Entscheidungen vorliegen. Die Entscheidungen werden von allen Partnern akzeptiert, da alle über den gleichen objektivierten Informationsstand verfügen. Durch neue Akteure, Erfahrungen und die Diskussion der Bewertungsergebnisse werden Wissensbasis und Bewertungslogik ständig vervollkommnet. Die Ergebnisse dieses Lernprozesses werden letztlich in einer wertvollen Wissensbasis zusammengefasst. Damit wird Anlagen-Know-how generiert und dauerhaft auch nach einem personellen Generationswechsel im Instandhaltungsbereich bewahrt. Die hohe Transparenz der Entscheidungen unterstützt einen Paradigmenwechsel im Anlagenmanagement, das heißt weg vom reinen Befolgen von festgelegten Regeln hin zum aktiven Lösen von Problemen. Um nachhaltige Verbesserungen für den Anlagenbetrieb und die Instandhaltung ableiten zu können, ist es erforderlich, die laufenden Bewertungen im Instandhaltungsbereich in einen kontinuierlichen Prozess zur Entscheidungsunterstützung und zum Lernen des Anlagenverhaltens zu integrieren. Oftmals ist eine direkte Ankopplung an andere Prozesse zur kontinuierlichen Verbesserung der Instandhaltung (Kaizen, TPM) sinnvoll, um hier unterstützend zu wirken.
* Dr.-Ing. Frank Ryll ist stellvertretender Geschäftsfeldleiter Logistik- und Fabriksysteme, Dipl.-Ing. Sergii Kolomiichuk ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dipl.-Ing. Holger Seidel ist Leiter Geschäftsfeld Logistik- und Fabriksysteme, alle am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in 39106 Magdeburg, Tel. (03 91) 40 90-0, ideen@iff.fraunhofer.de
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